Aeschylus
Antiker griechischer Tragödiendichter, der das Drama erweiterte und bei Marathon kämpfte.
Wikipedia / Wikimedia Commons
Aischylos (ca. 525/524 – ca. 456/455 v. Chr.) war ein antiker griechischer Tragödiendichter, der oft als Vater der Tragödie bezeichnet wird. Die wissenschaftliche Kenntnis dieser Gattung beginnt mit seinem Werk, und das Verständnis der früheren griechischen Tragödie beruht weitgehend auf Schlussfolgerungen aus der Lektüre seiner erhaltenen Stücke. Laut Aristoteles erweiterte er die Anzahl der Figuren im Theater und ermöglichte Konflikte zwischen ihnen; zuvor interagierten die Figuren nur mit dem Chor.
- born
- c. 525/524 BC
- died
- c. 456/455 BC
- field
- Tragedy
- nationality
- Ancient Greek
- known_for
- Father of tragedy; expanded number of characters; first to present plays as a trilogy; Oresteia is the only extant ancient example
Lore & Background
Aischylos wurde um 525 v. Chr. in Eleusis geboren, einer kleinen Stadt etwa 27 Kilometer nordwestlich von Athen. Seine Familie war wohlhabend und angesehen; sein Vater Euphorion soll den Eupatriden angehört haben, dem alten Adel Attikas. In seiner Jugend arbeitete Aischylos in einem Weinberg. Laut dem Geographen Pausanias aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. besuchte ihn der Gott Dionysos im Schlaf und befahl ihm, sich der Tragödie zuzuwenden. Seine erste Aufführung fand 499 v. Chr. statt, und seinen ersten Sieg bei den Dionysien errang er 484 v. Chr.
Die Perserkriege spielten eine große Rolle in seinem Leben. 490 v. Chr. kämpften er und sein Bruder Kynegeiros in der Schlacht bei Marathon; Kynegeiros fiel. 480 v. Chr. diente Aischylos in der Schlacht von Salamis (eine spätere, von Plutarch überlieferte Tradition behauptet, sein Bruder Ameinias habe an seiner Seite gekämpft, doch diese Verwandtschaft ist umstritten). Seine Teilnahme an der Schlacht von Plataiai 479 v. Chr. ist unsicher und wird von verlässlichen antiken Quellen nicht gestützt. Salamis spielt eine herausragende Rolle in seinem Stück „Die Perser“, das 472 v. Chr. aufgeführt wurde. Aischylos wurde in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht. Einer späteren Quelle zufolge (Herakleides Pontikos über einen Scholiasten) wurde er der Gottlosigkeit beschuldigt, weil er Kultgeheimnisse auf der Bühne preisgegeben habe; er wurde freigesprochen, da die Jury seinem Militärdienst wohlgesonnen war. In den 470er Jahren v. Chr. reiste er ein- oder zweimal nach Sizilien, eingeladen von Hieron I., dem Tyrannen von Syrakus. Er starb 456 oder 455 v. Chr. in Gela, Sizilien. Valerius Maximus schrieb, er sei von einer Schildkröte getötet worden, die ein Adler fallen ließ.
Reader's Guide
Aischylos ist grundlegend für das westliche Drama. Er wird oft als Vater der Tragödie bezeichnet, da seine erhaltenen Stücke die frühesten vollständigen Werke dieser Gattung sind und alle frühere griechische Tragödie weitgehend durch Schlussfolgerungen aus seinen Texten verstanden wird. Er erweiterte die Anzahl der Figuren im Theater, was Konflikte zwischen ihnen ermöglichte – eine Abkehr von der früheren Praxis, in der Figuren nur mit dem Chor interagierten. Er war vermutlich der erste Dramatiker, der Stücke als Trilogie präsentierte; seine Orestie ist das einzige erhaltene antike Beispiel. Von schätzungsweise 70 bis 90 Stücken sind nur sieben vollständig erhalten, wobei die Autorschaft des „Gefesselten Prometheus“ umstritten ist. Sein Stück „Die Perser“ ist eine der wenigen klassischen griechischen Tragödien, die sich mit zeitgenössischen Ereignissen befassen, und die einzige erhaltene; es wurde von der persischen Invasion von 480–479 v. Chr. beeinflusst. Aischylos‘ Werk war so angesehen, dass nach seinem Tod nur seine Tragödien bei späteren Wettbewerben wiederaufgeführt werden durften. Sein Epitaph würdigt nur seine militärische Teilnahme bei Marathon, nicht seinen Erfolg als Dramatiker, was die Bedeutung der Perserkriege für ihn und die Griechen zeigt.
Did You Know?
- Aischylos erweiterte die Anzahl der Figuren im Theater, was Konflikte zwischen ihnen ermöglichte; zuvor interagierten die Figuren nur mit dem Chor.
- Er schrieb schätzungsweise 70 bis 90 Stücke, von denen nur sieben vollständig erhalten sind; die Autorschaft des „Gefesselten Prometheus“ ist umstritten.
- Sein Epitaph würdigt seine Teilnahme am griechischen Sieg bei Marathon, erwähnt aber seinen Erfolg als Dramatiker mit keinem Wort.
- Laut Valerius Maximus wurde Aischylos von einer Schildkröte getötet, die ein Adler fallen ließ, der seinen Kopf für einen Stein hielt.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Aischylos (griechisch: Αἰσχύλος; 525 v. Chr. – 456 v. Chr.) war ein Dramatiker des antiken Griechenlands, der früheste der drei größten griechischen Tragödiendichter, die anderen beiden waren Sophokles und Euripides.“ – Aischylos „Ἔστι γὰρ πλοῦτός γ᾽ ἀμεμφής, ἀμφὶ δ᾽ ὀφθαλμῷ φόβος·ὄμμα γὰρ δόμων νομίζω δεσπότου παρουσίαν.“ – Aischylos „Reichtum an sich ist tadellos, doch um sein kostbares Auge kann Furcht sein; denn ich betrachte die Anwesenheit des Hausherrn als sein rettendes Licht.“ – Aischylos „Bitter, als Erster bittere Nachrichten zu überbringen.“ – Aischylos
More in Notable Figures
Elsewhere in the Historical Figures universe
Spotted an error? Know more?
This is a living reference — every entry is fact-audited, and reader corrections feed straight into our audit queue. Suggest an edit · See this site's audit record
