Karlheinz Stockhausen
Deutscher Komponist, Pionier der elektronischen Musik und aleatorischer Techniken.
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Karlheinz Stockhausen war ein deutscher Komponist, der von Kritikern weithin als einer der bedeutendsten, aber auch umstrittensten Komponisten des 20. und frühen 21. Jahrhunderts anerkannt wird. Er ist bekannt für seine bahnbrechende Arbeit in der elektronischen Musik, wurde als „Vater der elektronischen Musik“ bezeichnet, führte kontrollierten Zufall (aleatorische Techniken) in die serielle Komposition ein und prägte die musikalische Raumgestaltung.
- born
- 22 August 1928
- died
- 5 December 2007
- field
- Composer
- nationality
- German
- known_for
- Electronic music, aleatory techniques, musical spatialization
Lore & Background
Stockhausen wurde in Burg Mödrath, einem Herrenhaus bei Kerpen im Kölner Raum, geboren. Sein Vater war Volksschullehrer, und seine Mutter, die Klavier spielte und sang, wurde nach einem Nervenzusammenbruch 1932 in eine Anstalt eingewiesen und starb später im Rahmen der nationalsozialistischen Politik der Tötung „unwerten Lebens“ 1941 in der Gaskammer von Hadamar. Ab seinem siebten Lebensjahr lebte er in Altenberg, wo er seinen ersten Klavierunterricht beim evangelischen Organisten des Altenberger Doms erhielt. 1944 wurde er als Sanitäter eingezogen; sein Vater blieb später im Krieg vermisst, vermutlich in Ungarn gefallen.
Er studierte Musikpädagogik und Klavier an der Hochschule für Musik Köln sowie Musikwissenschaft, Philosophie und Germanistik an der Universität zu Köln, später bei Olivier Messiaen in Paris und bei Werner Meyer-Eppler an der Universität Bonn. Er arbeitete als Assistent von Herbert Eimert im NWDR-Studio für Elektronische Musik in Köln, dessen Leitung er 1963 übernahm. Er war zweimal verheiratet, zunächst 1951 mit Doris Andreae und dann 1967 mit Mary Bauermeister, und hatte sechs Kinder, von denen vier Berufsmusiker wurden. Ab 1965 lebte er in Kürten bis zu seinem Tod.
Reader's Guide
Stockhausens Bedeutung liegt in seiner Rolle als führende Figur der Darmstädter Schule und seinem tiefgreifenden Einfluss auf die Kunstmusik, den Jazz und die Popmusik. Seine Kompositionen, die sich über fast sechzig Jahre erstrecken, vermeiden traditionelle Formen und umfassen elektronische Werke, Solostücke, Kammermusik, Chor- und Orchesterwerke sowie einen Zyklus von sieben abendfüllenden Opern. Zu den bedeutendsten Kompositionen gehören die Klavierstücke, Gesang der Jünglinge, Gruppen, Zyklus, Kontakte, Stimmung und der Opernzyklus Licht. Er führte den kontrollierten Zufall in die serielle Komposition ein und war ein Pionier der musikalischen Raumgestaltung. Seine theoretischen Schriften umfassen zehn umfangreiche Bände, und er erhielt zahlreiche Preise für seine Kompositionen, Aufnahmen und Partituren. Seine Arbeit im WDR-Studio für Elektronische Musik, wo er von 1953 bis zu dessen Schließung im Jahr 2000 tätig war, festigte sein Vermächtnis als grundlegende Figur der elektronischen Musik.
Did You Know?
- Stockhausens Mutter wurde am 27. Mai 1941 in der Gaskammer der Tötungsanstalt Hadamar im Rahmen der nationalsozialistischen Politik der Tötung „unwerten Lebens“ ermordet.
- Er komponierte eine Reihe von neunzehn Klavierstücken und einen Zyklus von sieben abendfüllenden Opern mit dem Titel Licht.
- Vier seiner sechs Kinder wurden Berufsmusiker, und er komponierte Werke speziell für sie, darunter Trompetenstücke für seinen Sohn Markus.
- Das Haus, in dem er geboren wurde, Burg Mödrath, wurde im April 2017 als Ausstellungsraum für moderne Kunst und als ständiger Standort des Museums des WDR-Studios für Elektronische Musik eröffnet.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Tuning In (1981) BBC-Dokumentation über Stockhausen.“ — Karlheinz Stockhausen „Sir Thomas Beecham wurde gefragt, ob er jemals Stockhausen dirigiert habe. Er sagte: ‚Nein, aber ich bin einmal hineingetreten.‘“ — Karlheinz Stockhausen „Miles Davis; Zitiert auf S. 329 in seiner Autobiographie mit Quincy Troupe, ‚Miles‘, veröffentlicht von Simon & Schuster, 1989.“ — Karlheinz Stockhausen „Björk; Zitiert in einem Web-Artikel ‚Why I Love Stockhausen‘, veröffentlicht vom Guardian, 29. Okt. 2008.“ — Karlheinz Stockhausen
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