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Gottfried Wilhelm Leibniz

Deutscher Universalgelehrter; Mitschöpfer der Infinitesimalrechnung und der binären Arithmetik.

Gottfried Wilhelm Leibniz (oder Leibnitz; 1. Juli 1646 [jul. 21. Juni] – 14. November 1716) war ein deutscher Universalgelehrter, der als Mathematiker, Philosoph, Wissenschaftler und Diplomat tätig war. Ihm wird gemeinsam mit Isaac Newton die Entwicklung der Infinitesimalrechnung zugeschrieben, und er trug zu vielen anderen Bereichen der Mathematik bei, wie der binären Arithmetik und der Statistik. Leibniz wurde aufgrund seiner enormen Fachkenntnisse in verschiedenen Disziplinen, die nach seiner Zeit selten wurden, als „letztes universelles Genie“ bezeichnet. Er ist eine bedeutende Persönlichkeit sowohl in der Geschichte der Philosophie als auch in der Geschichte der Mathematik.

born
1 July 1646 (O.S. 21 June), Leipzig, Electorate of Saxony, Holy Roman Empire
died
14 November 1716
field
Mathematics, philosophy, science, diplomacy
nationality
German
known_for
Development of differential and integral calculus (independently of Newton), modern binary number system, Leibniz wheel, philosophical optimism

Lore & Background

Leibniz wurde in Leipzig als Sohn von Friedrich Leibniz, einem Professor für Moralphilosophie, und Catharina Schmuck geboren. Sein Vater starb, als er sechs Jahre alt war, und er wurde von seiner Mutter und seinem Onkel aufgezogen. Ab seinem siebten Lebensjahr hatte er freien Zugang zur Bibliothek seines Vaters, was ihm ermöglichte, fortgeschrittene philosophische und theologische Werke zu studieren und bis zum Alter von 12 Jahren Latein zu beherrschen. Mit 13 Jahren verfasste er an einem einzigen Morgen 300 Hexameter lateinischer Verse für ein Schulereignis. Mit 14 Jahren schrieb er sich an der ehemaligen Universität seines Vaters ein, erwarb 1662 einen Bachelor in Philosophie und 1664 einen Master. Nach einem Jurastudium erhielt er 1665 einen Bachelor in Rechtswissenschaften. Anfang 1666 schrieb er sein erstes Buch, De Arte Combinatoria, das einen Gottesbeweis enthielt, der auf dem Bewegungsargument basierte. Die Universität Leipzig lehnte seine Doktorarbeit ab, vermutlich aufgrund seines Alters, woraufhin er sich an der Universität Altdorf einschrieb und im November 1666 seinen Doktor der Rechte erwarb. Er lehnte eine akademische Stelle dort ab und erklärte, seine Gedanken seien in eine ganz andere Richtung gegangen.

Leibniz' erste Anstellung war die eines bezahlten Sekretärs einer alchemistischen Gesellschaft in Nürnberg. Bald darauf lernte er Johann Christian von Boyneburg kennen, der ihn als Assistenten einstellte und ihn dem Kurfürsten von Mainz vorstellte. Leibniz widmete dem Kurfürsten einen Aufsatz über Rechtswissenschaften, was zu einer Rolle bei der Überarbeitung des Gesetzbuches führte. 1669 wurde er zum Assessor am Hofgericht ernannt. Nach von Boyneburgs Tod im Jahr 1672 blieb Leibniz bis 1674 bei dessen Witwe angestellt. Er übernahm auch eine diplomatische Rolle und veröffentlichte unter einem Pseudonym einen Aufsatz, der sich für den deutschen Kandidaten für die polnische Krone aussprach. Er schlug vor, Ludwig XIV. abzulenken, indem man Frankreich einlud, Ägypten als Sprungbrett für die Eroberung der Niederlande zu nehmen.

Reader's Guide

Leibniz' Bedeutung liegt in seiner unabhängigen Entwicklung der Differential- und Integralrechnung, wobei seine Notation zum konventionellen und präziseren Ausdruck der Infinitesimalrechnung wurde. Er entwickelte das moderne binäre Zahlensystem, das die Grundlage der modernen Kommunikation und digitalen Datenverarbeitung bildet, obwohl Thomas Harriot Jahrzehnte zuvor dasselbe System entwickelt hatte. Er entwarf 1679 die kombinatorische Topologie und trug zur Begründung der fraktionalen Analysis bei. Im 20. Jahrhundert fanden seine Vorstellungen vom Gesetz der Stetigkeit und dem transzendentalen Gesetz der Homogenität durch die Nichtstandardanalysis eine mathematische Formulierung. Er war ein Pionier mechanischer Rechenmaschinen, beschrieb 1685 eine Staffelwalzen-Rechenmaschine und erfand das Leibniz-Rad, das später im Arithmometer, der ersten in Serie produzierten mechanischen Rechenmaschine, verwendet wurde. Als Philosoph war er ein führender Vertreter des Rationalismus und Idealismus des 17. Jahrhunderts, bekannt für seinen Optimismus, dass unsere Welt die bestmögliche Welt sei, die Gott hätte erschaffen können. Seine Arbeit nahm die moderne Logik vorweg und beeinflusst noch immer die zeitgenössische analytische Philosophie, insbesondere die Verwendung des Begriffs „mögliche Welt“ zur Definition modaler Begriffe. Er trug auch zur Bibliothekswissenschaft bei, indem er an der Herzog August Bibliothek ein Katalogisierungssystem entwickelte, das als Vorbild für viele der größten Bibliotheken Europas diente.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Gottfried Wilhelm von Leibniz (1. Juli 1646 {21. Juni jul.} – 14. November 1716) war ein deutscher Philosoph und Mathematiker.“ — Gottfried Wilhelm Leibniz „De arte characteristica ad perficiendas scientias ratione nitentes in C. I. Gerhardt (Hrsg.), Die philosophischen Schriften von Gottfried Wilhelm Leibniz (7 Bde. 1875–1890) VII 200.“ — Gottfried Wilhelm Leibniz „Sprachen sind der beste Spiegel des menschlichen Geistes [und] die ältesten Denkmäler der Völker.“ — Gottfried Wilhelm Leibniz „Theologus: Amare autem? Philosophus: Felicitate alterius delectari.“ — Gottfried Wilhelm Leibniz

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