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Erwin Schrödinger

Österreichischer Physiker, der die Quantentheorie prägte und die Genetik inspirierte.

Erwin Schrödinger

Wikipedia / Wikimedia Commons

Erwin Rudolf Josef Alexander Schrödinger (12. August 1887 – 4. Jänner 1961) war ein österreichischer theoretischer Physiker, der grundlegende Ergebnisse in der Quantentheorie entwickelte. Bekannt ist er vor allem für die Aufstellung der Schrödinger-Gleichung, die eine Möglichkeit zur Berechnung der Wellenfunktion eines Systems und ihrer dynamischen Veränderung im Laufe der Zeit bietet, sowie für die Prägung des Begriffs „Quantenverschränkung“ im Jahr 1935. Er teilte sich 1933 den Nobelpreis für Physik mit Paul Dirac für die Entdeckung neuer produktiver Formen der Atomtheorie.

born
12 August 1887, Vienna
died
4 January 1961, Vienna
field
Theoretical physics
nationality
Austrian (also naturalized Irish in 1948)
known_for
Schrödinger equation, quantum entanglement, Schrödinger's cat thought experiment

Lore & Background

Schrödinger wurde in Wien als einziges Kind eines Botanikervaters und einer Mutter mit halb österreichischer und halb englischer Abstammung geboren. Er studierte bei Franz S. Exner und Friedrich Hasenöhrl an der Universität Wien, wo er 1910 promovierte. Nach Kriegsdienst in der österreichischen Festungsartillerie von 1914 bis 1918 hatte er akademische Positionen in Jena, Stuttgart, Breslau und Zürich inne, bevor er 1927 die Nachfolge von Max Planck an der Universität Berlin antrat. 1933 verließ er Deutschland aus Ablehnung des nationalsozialistischen Antisemitismus und wurde Fellow am Magdalen College in Oxford, wo er bald darauf den Nobelpreis erhielt. Seine unkonventionellen häuslichen Arrangements – er lebte sowohl mit seiner Frau als auch mit seiner Geliebten – verursachten Probleme in Oxford und später in Princeton, was ihn dazu veranlasste, 1936 eine Stelle an der Universität Graz anzunehmen. Nach dem Anschluss 1938 wurde er wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ entlassen und floh nach Italien, dann nach Oxford und Gent.

Reader's Guide

Schrödingers Bedeutung liegt in seinen grundlegenden Beiträgen zur Quantenmechanik, insbesondere der Schrödinger-Gleichung, die ein Eckpfeiler des Fachgebiets bleibt. Seine Prägung des Begriffs „Quantenverschränkung“ und das Gedankenexperiment „Schrödingers Katze“, das er 1935 nach einem Briefwechsel mit Albert Einstein vorschlug, sind zentral für Diskussionen zur Quanteninterpretation und Populärkultur geworden. Über die Physik hinaus verband sein Buch Was ist Leben? Physik und Biologie und inspirierte die Entdeckung der DNA-Struktur. Er schrieb auch über Philosophie, Ethik und Religion, was sein Interesse an östlichem Denken und Pantheismus widerspiegelt. Seine Karriere war geprägt von Vertreibung aufgrund politischer Umwälzungen – Flucht aus Nazi-Deutschland und später aus Österreich – sowie von persönlichen Kontroversen, einschließlich seiner häuslichen Arrangements und späterer Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. Trotz alledem bleibt sein wissenschaftliches Vermächtnis bestehen, und er wurde in einer Umfrage von Physics World auf dem geteilten achten Platz der größten Physiker aller Zeiten geführt.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Kein Selbst ist allein aus sich selbst. Es hat eine lange Kette intellektueller Vorfahren. Das ‚Ich‘ ist durch viele Faktoren an die Abstammung gekettet … Dies ist nicht bloße Allegorie, sondern eine ewige Erinnerung.“ – Erwin Schrödinger „Wir experimentieren nie mit nur einem Elektron oder Atom oder (kleinen) Molekül. In Gedankenexperimenten nehmen wir manchmal an, dass wir es tun.“ – Erwin Schrödinger „Ich bestehe auf der Ansicht, dass ‚alles Welle ist‘.“ – Erwin Schrödinger „Vielheit ist nur scheinbar, in Wahrheit gibt es nur einen Geist …“ – Erwin Schrödinger

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