Gregor Mendel
Augustinermönch, dessen Erbsenexperimente die moderne Genetik begründeten.
Wikipedia / Wikimedia Commons
Gregor Johann Mendel war ein österreichischer Biologe, Meteorologe, Mathematiker und Augustinermönch, der als Abt des St.-Thomas-Klosters in Brünn wirkte. Er wird posthum als Begründer der modernen Genetik anerkannt, basierend auf seinen Erbsenexperimenten, die die Gesetze der Mendelschen Vererbung etablierten.
- born
- 20 July 1822
- died
- 6 January 1884
- field
- Biology, genetics, meteorology, mathematics
- nationality
- Austrian
- known_for
- Founder of modern genetics; laws of Mendelian inheritance
Lore & Background
Zwischen 1856 und 1863 kultivierte und testete Mendel rund 28.000 Pflanzen, hauptsächlich Erbsen, im 2 Hektar großen Versuchsgarten des Klosters. Er untersuchte sieben Merkmale: Pflanzenhöhe, Hülsenform und -farbe, Samenform und -farbe sowie Blütenposition und -farbe. Er prägte die Begriffe ‚rezessiv‘ und ‚dominant‘, um zu erklären, warum Merkmale wie grüne Samenfarbe in der zweiten Generation im Verhältnis 1:3 wieder auftraten. Er stellte seine Arbeit ‚Versuche über Pflanzenhybriden‘ 1865 vor und veröffentlichte sie 1866, wurde jedoch weitgehend ignoriert. Er korrespondierte mit Carl Nägeli, der seine Arbeit nicht zu schätzen wusste. Nach seiner Ernennung zum Abt im Jahr 1868 endete seine wissenschaftliche Arbeit weitgehend aufgrund von Verwaltungsstreitigkeiten über Steuern. Mendel starb am 6. Januar 1884 in Brünn an chronischer Nephritis; seine Papiere wurden vom nachfolgenden Abt verbrannt.
Reader's Guide
Mendels Bedeutung liegt in seiner Entdeckung der grundlegenden Regeln der Vererbung, die heute als Gesetze der Mendelschen Vererbung bezeichnet werden und die er aus sorgfältigen Experimenten mit Erbsenpflanzen ableitete. Seine Arbeit zeigte, dass Merkmale durch unsichtbare ‚Faktoren‘ (heute Gene genannt) bestimmt werden, die sich unabhängig voneinander trennen und neu kombinieren. Sein Aufsatz von 1866 wurde jedoch über drei Jahrzehnte lang ignoriert und in 35 Jahren nur etwa dreimal zitiert. Die Wiederentdeckung seiner Gesetze im Jahr 1900 durch Erich von Tschermak, Hugo de Vries und Carl Correns leitete das moderne Zeitalter der Genetik ein. Mendels Biografie zeigt beispielhaft, wie obskure, höchst originelle Innovatoren übersehen werden können. Seine Erkenntnisse widersprachen der damals vorherrschenden Theorie der Mischungsvererbung, die Charles Darwin erfolglos durch die Pangenesis zu erklären versuchte. Die tatsächlichen Gene, die Mendels sieben Merkmalen entsprechen, wurden erst 2025 vollständig im Erbsengenom identifiziert. Sein Vermächtnis ist das einer grundlegenden Figur, deren Arbeit, obwohl zunächst vernachlässigt, zum Eckpfeiler der Genetik wurde.
Did You Know?
- Mendel fiel zweimal, 1850 und 1856, beim mündlichen Teil seiner Lehramtsprüfungen durch.
- Seine Schwester Theresia gab ihm ihre Mitgift, um sein Studium zu finanzieren; später unterstützte er ihre drei Söhne.
- Nach Mendels Tod verbrannte der nachfolgende Abt alle Papiere aus seiner Sammlung, um die Steuerstreitigkeiten zu beenden.
- Mendels Leichnam wurde 2021 exhumiert, was ergab, dass er 168 cm groß war und eine genetische Veranlagung für Herzprobleme hatte.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Mendel bezieht sich mehrfach auf Bibelverse, darunter Johannes 20,15, Matthäus 25,26 und Johannes 10,10.“ — Gregor Mendel „William Bateson, in Problems in Genetics (1913), S. 3.“ — Gregor Mendel „David P. Clark, Molecular Biology (2010), Kap. 1: Basic Genetics.“ — Gregor Mendel „Eintrag der Catholic Encyclopedia von 1913, ‚Mendel, Mendelismus‘“ — Gregor Mendel
More in Notable Figures (6)
Elsewhere in the Historical Figures universe
Spotted an error? Know more?
This is a living reference — every entry is fact-audited, and reader corrections feed straight into our audit queue. Suggest an edit · See this site's audit record
