Joseph Greenberg
Amerikanischer Linguist, bekannt für Typologie und Sprachklassifikation.
Joseph Harold Greenberg (28. Mai 1915 – 7. Mai 2001) war ein amerikanischer Linguist, bekannt für seine Arbeiten zur Sprachtypologie und zur genetischen Klassifikation von Sprachen. Er entwickelte einflussreiche Theorien zu sprachlichen Universalien und schlug umstrittene Makrofamilien-Gruppierungen für afrikanische und andere Sprachen vor.
- born
- May 28, 1915
- died
- May 7, 2001
- field
- Linguistics
- nationality
- American
- known_for
- Linguistic typology, genetic classification of languages, mass comparison
Lore & Background
Joseph Greenberg wurde am 28. Mai 1915 als Sohn jüdischer Eltern in Brooklyn, New York, geboren. Seine erste große Leidenschaft galt der Musik; im Alter von 14 Jahren gab er ein Klavierkonzert in der Steinway Hall. Nach seinem Abschluss an der James Madison High School entschied er sich für eine akademische Laufbahn und schrieb sich 1932 am Columbia College ein. Während seines letzten Studienjahres besuchte er einen Kurs von Franz Boas über amerikanische Indianersprachen. 1936 schloss er sein Studium mit einem Bachelor ab und wurde mit Empfehlungen von Boas und Ruth Benedict Doktorand bei Melville J. Herskovits an der Northwestern University, wo er 1940 promovierte. Seine Feldforschung bei den Hausa in Nigeria umfasste das Erlernen der Hausa-Sprache, und seine Dissertation untersuchte den Einfluss des Islam auf eine nicht konvertierte Hausa-Gruppe. 1940 begann er ein Postdoktorat an der Yale University, das durch seinen Dienst im Zweiten Weltkrieg beim US Army Signal Corps als Codeknacker in Nordafrika unterbrochen wurde; er nahm an der Landung in Casablanca teil und diente später in Italien. 1943 heiratete er Selma Berkowitz, bevor er nach Europa aufbrach.
Reader's Guide
Greenbergs Bedeutung liegt in seinen grundlegenden Beiträgen zur Sprachtypologie und seiner umstrittenen Methode des Massenvergleichs zur genetischen Klassifikation. Er konzipierte implikative Universalien (z. B.: Wenn eine Sprache mittlere vordere gerundete Vokale hat, muss sie auch hohe vordere gerundete Vokale haben), was die synchrone Linguistik beeinflusste. Im Gegensatz zu Noam Chomskys formalistischem Ansatz war Greenbergs Methode funktionalistisch. Er argumentierte, dass die genetische Klassifikation methodologisch vor der vergleichenden Rekonstruktion komme, und befürwortete den multilateralen Vergleich gegenüber dem bilateralen Vergleich. Seine Klassifikation afrikanischer Sprachen in vier Familien – Afroasiatisch, Nilo-Saharanisch, Niger-Kongo und Khoisan – popularisierte den Begriff „Afroasiatisch“ und ordnete Bantu als Teil des Atlantik-Kongo neu ein. Diese Arbeit stieß auf Kritik von Linguisten wie Lyle Campbell und Donald Ringe, die ihre methodologische Gültigkeit in Frage stellten. Greenberg schlug auch Klassifikationen für Sprachen Neuguineas, Tasmaniens und der Andamanen vor. Sein Vermächtnis umfasst sowohl die weit verbreitete Übernahme seiner typologischen Erkenntnisse als auch anhaltende Debatten über seine genetischen Gruppierungen.
Did You Know?
- Greenberg gab im Alter von 14 Jahren ein Klavierkonzert in der Steinway Hall.
- Er diente während des Zweiten Weltkriegs als Codeknacker beim US Army Signal Corps.
- 1965 wurde er in die National Academy of Sciences der Vereinigten Staaten gewählt.
- 1987 prägte er den Begriff „multilateraler Vergleich“ als Ersatz für „Massenvergleich“.
More in Scientists & Inventors (3)
Elsewhere in the Historical Figures universe
Spotted an error? Know more?
This is a living reference — every entry is fact-audited, and reader corrections feed straight into our audit queue. Suggest an edit · See this site's audit record
