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Leonard Bloomfield

Amerikanischer Linguist, der die strukturelle Linguistik und den Distributionalismus prägte.

Leonard Bloomfield (1. April 1887 – 18. April 1949) war ein amerikanischer Linguist, der in den 1930er- und 1940er-Jahren die Entwicklung der strukturellen Linguistik in den Vereinigten Staaten vorantrieb. Er gilt als Vater des amerikanischen Distributionalismus. Sein einflussreiches Lehrbuch 'Language', veröffentlicht 1933, bot eine umfassende Darstellung der amerikanischen strukturellen Linguistik.

born
April 1, 1887, Chicago, Illinois
died
April 18, 1949
field
Linguistics
nationality
American
known_for
Development of structural linguistics, father of American distributionalism, textbook 'Language' (1933)

Lore & Background

Bloomfield wurde in Chicago als Sohn jüdischer Eltern geboren; sein Vater wanderte 1868 als Kind ein. Er besuchte das Harvard College (1903–1906) und absolvierte ein Graduiertenstudium an der University of Wisconsin und der University of Chicago, wo seine Doktorarbeit in germanischer historischer Linguistik von Frances A. Wood betreut wurde. Weitere Studien an der Universität Leipzig und der Universität Göttingen (1913–1914) bei führenden Indogermanisten, darunter August Leskien und Karl Brugmann, vertieften seine Fachkenntnisse. Er wurde von dem Sanskrit-Spezialisten Jacob Wackernagel und der grammatischen Tradition von Pāṇini beeinflusst.

Seine Karriere umfasste Positionen an der University of Cincinnati, der University of Illinois, der Ohio State University, der University of Chicago und der Yale University. 1925 führte er im Auftrag von Edward Sapir sprachliche Feldforschung zum Plains Cree durch. Er war Gründungsmitglied der Linguistic Society of America, trug zu deren Zeitschrift 'Language' bei und war 1935 deren Präsident. Ein lähmender Schlaganfall im Mai 1946 beendete seine Karriere.

Reader's Guide

Bloomfields Bedeutung liegt in seiner Etablierung der strukturellen Linguistik als wissenschaftliche Disziplin in den Vereinigten Staaten. Sein Lehrbuch 'Language' von 1933 bot einen umfassenden Rahmen, der formale Verfahren für die linguistische Analyse und die wissenschaftliche Grundlage des Fachgebiets betonte. Er leistete wesentliche Beiträge zur indogermanischen historischen Linguistik, zu austronesischen Sprachen (insbesondere Tagalog) und zu den Algonkin-Sprachen. Sein Ansatz, bekannt als Bloomfieldsche strukturelle Linguistik, dominierte die amerikanische Linguistik bis in die späten 1950er- und 1960er-Jahre, als er weitgehend durch Noam Chomskys generative Grammatik abgelöst wurde. Bloomfields Arbeit spiegelte auch den Einfluss von Pāṇinis strenger grammatischer Analyse wider, insbesondere in seiner Behandlung sprachlicher Formen, zusammengesetzter Wörter und morphologischer Nullstellen. Sein Vermächtnis lebt in den methodischen Grundlagen der deskriptiven Linguistik und der Betonung systematischer, datengestützter Analyse fort.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Leonard Bloomfield (1. April 1887 – 18. April 1949) war ein amerikanischer Linguist, der in den 1930er- und 1940er-Jahren die Entwicklung der strukturellen Linguistik in den Vereinigten Staaten vorantrieb.“ — Leonard Bloomfield „Es war jedoch in Indien, dass ein Wissenskorpus entstand, der die europäischen Vorstellungen über Sprache revolutionieren sollte.“ — Leonard Bloomfield

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