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Thomas Babington Macaulay

Whig-Historiker, Politiker und Architekt des englischen Bildungswesens in Indien.

Thomas Babington Macaulay, 1. Baron Macaulay (25. Oktober 1800 – 28. Dezember 1859) war ein britischer Historiker, Dichter und Whig-Politiker. Von 1839 bis 1841 war er Kriegsminister und von 1846 bis 1848 Generalzahlmeister. Bekannt ist er vor allem für seine ‚Geschichte Englands‘, ein grundlegendes Beispiel der Whig-Geschichtsschreibung, die seinen Glauben an die Unvermeidlichkeit des gesellschaftspolitischen Fortschritts zum Ausdruck bringt und für ihren Prosastil weithin gelobt wurde. Macaulay spielte auch eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung der Bildungspolitik Indiens.

born
25 October 1800
died
28 December 1859
field
History, politics, education policy
nationality
British
known_for
The History of England; Minute on Indian Education; Indian Penal Code

Lore & Background

Macaulay wurde in Rothley Temple in Leicestershire als Sohn von Zachary Macaulay, einem Kolonialgouverneur und Abolitionisten, und Selina Mills geboren. Als Wunderkind geltend, fragte er angeblich seinen Vater, ob der Rauch aus einem Fabrikschornstein aus den Feuern der Hölle käme. Er wurde an einer Privatschule in Hertfordshire und am Trinity College in Cambridge ausgebildet, wo er mehrere Preise gewann, darunter die Goldmedaille des Kanzlers im Juni 1821, und 1825 einen bedeutenden Aufsatz über Milton in der Edinburgh Review veröffentlichte. Er studierte Jura und wurde 1826 als Anwalt zugelassen, interessierte sich aber mehr für eine politische Karriere.

Macaulay wurde 1830 Abgeordneter für Calne und später für Leeds nach dem Reformgesetz von 1832. Von 1832 bis 1833 war er Sekretär des Kontrollamts unter Lord Grey, als er eine Ernennung zum ersten Rechtsmitglied des Rates des Generalgouverneurs in Indien annahm. Von 1834 bis 1838 war er Mitglied des Obersten Rates in Indien. Seine Denkschrift zur indischen Bildung vom Februar 1835 war maßgeblich für die Einführung der westlichen institutionalisierten Bildung in Indien verantwortlich, indem sie Englisch als Unterrichtssprache der Sekundarstufe und die Ausbildung englischsprachiger indischer Lehrer empfahl. Seine letzten Jahre in Indien widmete er der Erstellung eines Strafgesetzbuches, das nach dem Indischen Aufstand von 1857 erlassen wurde.

Reader's Guide

Macaulays Bedeutung liegt in seiner doppelten Wirkung auf die Geschichtsschreibung und die koloniale Bildung. Seine ‚Geschichte Englands‘ wurde zum prägenden Werk der Whig-Geschichtsschreibung, die den britischen Fortschritt als unvermeidlich und moralisch positiv darstellte und für ihren literarischen Stil gelobt wurde. Nachhaltiger wirkte seine Denkschrift zur indischen Bildung von 1835, die das moderne Bildungssystem des Subkontinents prägte, indem sie Englisch als Unterrichtssprache der Sekundarstufe etablierte und westliches ‚nützliches Wissen‘ gegenüber den Traditionen des Sanskrit und Persischen förderte. Diese Politik zielte darauf ab, eine Klasse anglisterter indischer Mittelsmänner zu schaffen, ein Konzept, das später als ‚Macaulayismus‘ kritisiert wurde. Sein Indisches Strafgesetzbuch, 1860 erlassen, wurde zur Grundlage des Strafrechts in vielen ehemaligen britischen Kolonien, einschließlich Bestimmungen wie Abschnitt 377, der Homosexualität in mehreren Commonwealth-Nationen unter Strafe stellte. Im unabhängigen Indien wird der Begriff ‚Macaulays Kinder‘ abwertend für Inder verwendet, die die westliche Kultur annehmen, obwohl einige Denker der Dalit-Bewegung seine Ideen zur Selbstermächtigung aufgegriffen haben.

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Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Thomas Babington Macaulay, 1. Baron Macaulay (25. Oktober 1800 – 28. Dezember 1859) war ein britischer Dichter, Historiker und Whig-Politiker des neunzehnten Jahrhunderts.“ – Thomas Babington Macaulay „Drängt hin, wo ihr mein weißes Federbuschlein seht, inmitten der Reihen des Kriegs, und lasst eure Oriflamme heute der Helm von Navarra sein.“ – Thomas Babington Macaulay „Das Ziel der Redekunst allein ist nicht die Wahrheit, sondern die Überzeugung.“ – Thomas Babington Macaulay „Bald schwindet der Zauber, bald kommt die Nacht: Sag, wird es dann nicht dasselbe sein, ob wir Schwarz oder Weiß spielten, ob wir das Spiel verloren oder gewannen?“ – Thomas Babington Macaulay

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