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C. Vann Woodward

Historiker des amerikanischen Südens und der Rassenbeziehungen.

C. Vann Woodward war ein US-amerikanischer Historiker, der sich vor allem mit dem amerikanischen Süden und den Rassenbeziehungen befasste. Er unterstützte lange Zeit den Ansatz von Charles A. Beard und betonte den Einfluss unsichtbarer wirtschaftlicher Motive in der Politik. Sein Buch „The Strange Career of Jim Crow“ vertrat die These, dass die Rassentrennung eine Erfindung des späten 19. Jahrhunderts und keine unvermeidliche Folge des Bürgerkriegs war, und trug zur Gestaltung der Bürgerrechtsbewegung der 1950er- und 1960er-Jahre bei.

born
November 13, 1908
died
December 17, 1999
field
History
nationality
American
known_for
The Strange Career of Jim Crow; Origins of the New South; Pulitzer Prize for Mary Chesnut's Civil War

Lore & Background

C. Vann Woodward wurde in Vanndale, Arkansas, geboren, einer nach der Familie seiner Mutter benannten Stadt. Er besuchte das Henderson-Brown College, wechselte an die Emory University und erwarb 1932 einen M.A. an der Columbia University. In New York lernte er W. E. B. Du Bois, Langston Hughes und andere Persönlichkeiten der Harlem Renaissance kennen und wurde von ihnen beeinflusst. Er arbeitete für die Verteidigung von Angelo Herndon, einem jungen afroamerikanischen Mitglied der Kommunistischen Partei, und reiste 1932 in die Sowjetunion und nach Deutschland. 1937 promovierte er in Geschichte an der University of North Carolina mit einer Dissertation über Thomas E. Watson unter der Leitung von Howard K. Beale, einem Spezialisten für die Reconstruction-Ära, der die Beardsche wirtschaftliche Geschichtsinterpretation förderte.

Woodward lehrte von 1946 bis 1961 an der Johns Hopkins University und war von 1961 bis 1977 Sterling Professor für Geschichte an der Yale University. Sein einflussreichstes Buch, „The Strange Career of Jim Crow“ (1955), erklärte, dass die Segregation eine relativ späte Entwicklung und nicht unvermeidlich war. Martin Luther King Jr. bezog sich auf das Buch und behauptete, es beweise, dass die Rassentrennung „ein politisches Manöver“ und kein natürlicher Zustand der amerikanischen Gesellschaft sei. Woodward gewann 1982 außerdem einen Pulitzer-Preis für seine kommentierte Ausgabe von Mary Chesnuts Tagebüchern aus dem Bürgerkrieg.

In den späten 1960er-Jahren, nach Angriffen der Neuen Linken, bewegte sich Woodward politisch nach rechts. 1969 führte er als Präsident der American Historical Association den Kampf an, um einen Vorschlag von Historikern der Neuen Linken zur Politisierung der Organisation zu verhindern. 1975–76 leitete er den erfolglosen Kampf an der Yale University gegen die vorübergehende Berufung des kommunistischen Historikers Herbert Aptheker. Später trat er der konservativen National Association of Scholars bei und verfasste eine wohlwollende Rezension von Dinesh D'Souzas „Illiberal Education“.

Reader's Guide

Woodwards Bedeutung liegt in seiner Neuinterpretation der Geschichte des Südens, insbesondere in seiner These in „The Strange Career of Jim Crow“, dass die Rassentrennung eine Erfindung des späten 19. Jahrhunderts und kein unvermeidliches Ergebnis der Reconstruction war. Dieses Werk lieferte historische Unterstützung für die Bürgerrechtsbewegung und erreichte ein breites Publikum. Sein Buch „Origins of the New South, 1877–1913“ verband die Beardsche Wirtschaftsanalyse mit einem tragischen Ton und lehnte sowohl die Romantik der „Lost Cause“ als auch den Boosterismus des „New South“ ab. Woodwards Karriere spiegelte einen politischen Werdegang von der Linken in den 1930er-Jahren über eine führende liberale Position in den 1950er-Jahren bis hin zu einer Rechtswendung nach Konflikten mit der Neuen Linken wider. Er betreute zahlreiche bedeutende Historiker, darunter John W. Blassingame, James M. McPherson und Barbara Fields. Sein Bericht von 1974 über Fehlverhalten des Präsidenten, der während der Watergate-Affäre angefordert wurde, trug zum Amtsenthebungsverfahren gegen Richard Nixon bei. Woodwards Vermächtnis umfasst sowohl seinen wissenschaftlichen Einfluss als auch seine spätere konservative Wende, die eine Debatte über die Rolle der Politik in der akademischen Geschichtswissenschaft auslöste.

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