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Willard Van Orman Quine

Amerikanischer Logiker und Philosoph, der die Erkenntnistheorie naturalisierte.

Willard Van Orman Quine war ein amerikanischer Logiker und Philosoph in der analytischen Tradition, der als einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts gilt. Von 1956 bis 1978 hatte er den Edgar-Pierce-Lehrstuhl für Philosophie an der Harvard University inne und lehrte Logik und Mengenlehre. Quine ist bekannt für seine Position, dass die Prädikatenlogik erster Stufe die einzige sei, die diesen Namen verdient, und entwickelte ein eigenes System der Mathematik und Mengenlehre, die New Foundations. Er war der Hauptvertreter der Ansicht, dass Philosophie keine Begriffsanalyse, sondern mit der Wissenschaft kontinuierlich sei, was zu seinem Ausspruch führte: „Wissenschaftstheorie ist genug Philosophie.“

born
June 25, 1908
died
December 25, 2000
field
Logic, Philosophy
nationality
American
known_for
New Foundations, Quine–Putnam indispensability argument, naturalized epistemology, Duhem–Quine thesis, indeterminacy of translation

Lore & Background

Quine wuchs in Akron, Ohio, mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder auf. Sein Vater war ein produzierender Unternehmer und seine Mutter eine Lehrerin und Hausfrau. Mit etwa neun Jahren wurde er Atheist. 1930 erhielt er seinen B.A. in Mathematik vom Oberlin College und 1932 seinen Ph.D. in Philosophie von Harvard, betreut von Alfred North Whitehead. Als Harvard Junior Fellow reiste er 1932–33 durch Europa und traf polnische Logiker und Mitglieder des Wiener Kreises, darunter Rudolf Carnap, den er seinen „wahren und einzigen maître à penser“ nannte. Während des Zweiten Weltkriegs arrangierte er die Überfahrt des jüdischen Logikers Alfred Tarski von Danzig in die USA, und Quine diente in der Marine beim Entschlüsseln deutscher U-Boot-Nachrichten, wo er den Rang eines Lieutenant Commander erreichte. Er konnte auf Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch Vorlesungen halten.

Reader's Guide

Quines Bedeutung liegt in seinem systematischen Versuch, die Wissenschaft aus den Ressourcen der Wissenschaft selbst heraus zu verstehen, indem er eine naturalisierte Erkenntnistheorie entwickelte, die eine verbesserte wissenschaftliche Erklärung dafür suchte, wie aufwändige wissenschaftliche Theorien aus dürftigen Sinneseindrücken entstehen. Sein Angriff auf die analytisch-synthetische Unterscheidung und den Reduktionismus in „Zwei Dogmen des Empirismus“ untergrub den logischen Positivismus und befürwortete semantischen Holismus und ontologische Relativität. Seine These der Unbestimmtheit der Übersetzung, eingeführt in „Wort und Gegenstand“, vertrat eine behavioristische Bedeutungstheorie. Quines Arbeit in der Logik beschränkte die Logik auf die klassische zweiwertige Prädikatenlogik erster Stufe und lehnte Logik höherer Stufe und Modallogik mit Quantifikation ab. Sein System der New Foundations und das Quine-Putnam-Unverzichtbarkeitsargument für mathematischen Realismus bleiben einflussreich. Trotz seines technischen Fokus schrieb er zur Verteidigung konservativer Positionen, einschließlich moralischer Zensur. Sein Vermächtnis lebt durch seine Studenten, darunter David Lewis und Gilbert Harman, und seinen Einfluss auf Wissenschaftstheorie, Erkenntnistheorie und Logik fort.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Willard Van Orman Quine (25. Juni 1908 – 25. Dezember 2000) war ein einflussreicher amerikanischer Philosoph und Logiker des 20. Jahrhunderts.“ — Willard Van Orman Quine „Nichtsein muss in gewissem Sinne sein, sonst, was ist das, was es nicht gibt? Diese verworrene Lehre könnte man Platons Bart nennen; historisch hat sie sich als zäh erwiesen und oft die Schneide von Ockhams Rasiermesser stumpf gemacht.“ — Willard Van Orman Quine „Wymans überbevölkertes Universum ist in vielerlei Hinsicht unschön. Es beleidigt das ästhetische Empfinden von uns, die wir einen Geschmack für Wüstenlandschaften haben.“ — Willard Van Orman Quine „Über das, was es gibt“, S. 4. Ein humorvoller Kommentar zur Idee des „nicht verwirklichten Möglichen“. — Willard Van Orman Quine

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