Franz Boas
Pionier der modernen Anthropologie und Gegner des wissenschaftlichen Rassismus.
Franz Uri Boas (9. Juli 1858 – 21. Dezember 1942) war ein deutsch-amerikanischer Anthropologe und Ethnomusikologe. Er gilt weithin als Pionier der modernen Anthropologie und wird als „Vater der amerikanischen Anthropologie“ bezeichnet. Seine Arbeit ist mit historischem Partikularismus und kulturellem Relativismus verbunden, und er schuf die vierfeldrige Unterteilung der Anthropologie, die im 20. Jahrhundert in der amerikanischen Anthropologie bedeutend wurde.
- born
- July 9, 1858, Minden, Westphalia
- died
- December 21, 1942
- field
- Anthropology, ethnomusicology
- nationality
- German-American
- known_for
- Historical particularism, cultural relativism, opposition to scientific racism, four-field anthropology
Lore & Background
Franz Boas wurde am 9. Juli 1858 in Minden, Westfalen, als Sohn von Sophie Meyer und Meier Boas geboren. Seine Großeltern waren praktizierende Juden, aber seine Eltern vertraten die Werte der Aufklärung und lehnten Dogmen ab. Ein wichtiger früher Einfluss war der Schwager seiner Mutter, Abraham Jacobi. Boas studierte an der Universität Heidelberg, der Universität Bonn und der Universität Kiel, wo er 1881 in Physik promoviert wurde, während er auch Geographie studierte. Seine Dissertation untersuchte die optischen Eigenschaften von Wasser. Nach seiner Promotion nahm er an einer geographischen Expedition nach Nordkanada teil, wo er von der Kultur und Sprache der Inuit auf Baffin Island fasziniert wurde. Später führte er Feldforschung zu indigenen Kulturen und Sprachen des pazifischen Nordwestens durch. 1887 emigrierte er in die Vereinigten Staaten, arbeitete zunächst als Museumskurator am Smithsonian und wurde 1899 Professor für Anthropologie an der Columbia University, wo er für den Rest seiner Karriere blieb.
Reader's Guide
Franz Boas beeinflusste die Entwicklung der amerikanischen Anthropologie nachhaltig durch seine Studenten, von denen viele anthropologische Institute und Forschungsprogramme gründeten. Zu seinen bedeutenden Studenten gehörten A. L. Kroeber, Alexander Goldenweiser, Ruth Benedict, Edward Sapir, Margaret Mead, Zora Neale Hurston und Gilberto Freyre. Boas war ein prominenter Gegner des wissenschaftlichen Rassismus. In bahnbrechenden Studien zur Skelettanatomie zeigte er, dass Schädelform und -größe in Abhängigkeit von Umweltfaktoren wie Gesundheit und Ernährung formbar waren, was Behauptungen widersprach, dass die Kopfform ein stabiles Rassenmerkmal sei. Er argumentierte, dass Unterschiede im menschlichen Verhalten größtenteils auf kulturelle Unterschiede zurückzuführen sind, die durch soziales Lernen erworben werden, und nicht auf angeborene biologische Veranlagungen. Boas lehnte evolutionäre Ansätze ab, die Kulturen hierarchisch einordneten, und argumentierte stattdessen, dass sich Kultur historisch durch Interaktionen und Diffusion von Ideen entwickelt. Er förderte den kulturellen Relativismus, die Idee, dass Kulturen nicht objektiv eingestuft werden können. Durch die Vereinigung von Archäologie, physischer Anthropologie, Ethnologie und deskriptiver Linguistik schuf er die vierfeldrige Unterteilung der Anthropologie.
Did You Know?
- Boas wurde 1881 in Physik promoviert, studierte aber auch Geographie und bezeichnete sich später selbst als Geographen.
- Er war einer der prominentesten Gegner des wissenschaftlichen Rassismus und zeigte, dass die Schädelform von der Umwelt und nicht von der Rasse beeinflusst wird.
- Zu seinen Studenten gehörten Margaret Mead, Ruth Benedict, Edward Sapir und Zora Neale Hurston.
- Boas schuf die vierfeldrige Unterteilung der Anthropologie, die Archäologie, physische Anthropologie, Ethnologie und deskriptive Linguistik vereint.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Franz Boas (9. Juli 1858 – 22. Dezember 1942) war ein deutsch-amerikanischer Anthropologe und ein Pionier der modernen Anthropologie, der als ‚Vater der amerikanischen Anthropologie‘ bezeichnet wird.“ — Franz Boas „Eugenik, in The Scientific Monthly, J. McKeen Cattell, Hrsg., Bd. 3, Nr. 5, (November 1916)[1][2].“ — Franz Boas „Boas (1928) im Vorwort zu Margaret Mead (1928) Coming of Age in Samoa.“ — Franz Boas „Franz Boas (1975) Facial paintings of the Indians of northern British Columbia. S. 4.“ — Franz Boas
More in Scientists & Inventors
Elsewhere in the Historical Figures universe
Spotted an error? Know more?
This is a living reference — every entry is fact-audited, and reader corrections feed straight into our audit queue. Suggest an edit · See this site's audit record
