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Empedocles

Vorsokratischer Philosoph, der die vier klassischen Elemente vorschlug.

Empedokles war ein vorsokratischer griechischer Philosoph und Bürger von Akragas, einer griechischen Stadt auf Sizilien, der um das 5. Jahrhundert v. Chr. wirkte. Er ist vor allem dafür bekannt, die kosmogonische Theorie der vier klassischen Elemente – Feuer, Luft, Wasser und Erde – begründet und die Kräfte Liebe und Streit vorgeschlagen zu haben, die diese Elemente mischen und trennen. Er entwickelte zudem eine eigenständige Lehre der Wiedergeburt und stellte Tieropfer sowie das Töten von Tieren zur Nahrung infrage. Er gilt allgemein als der letzte griechische Philosoph, der seine Ideen in Versform festhielt, und von ihm sind mehr Werke erhalten als von jedem anderen vorsokratischen Philosophen.

born
c. 494 BC
died
c. 434 BC (disputed; some sources say c. 430 BC or as late as 109 years of age)
field
Philosophy, medicine (regarded by Galen as founder of the Sicilian school of medicine)
nationality
Greek (native of Akragas, Sicily)
known_for
Theory of the four classical elements; forces of Love and Strife; doctrine of reincarnation; opposition to animal sacrifice

Lore & Background

Die genauen Daten von Empedokles' Geburt und Tod sind unbekannt, und antike Berichte widersprechen sich in den Einzelheiten. Moderne Gelehrte glauben, dass er aus einer reichen und adligen Familie stammte; sein Großvater, ebenfalls Empedokles genannt, gewann 496–495 v. Chr. ein Pferderennen in Olympia. Primärquellen zu seinem Leben stammen aus der hellenistischen Zeit, Jahrhunderte nach seinem Tod, und viele biografische Details – darunter Aristoteles' Behauptung, er sei der 'Vater der Rhetorik' gewesen, seine chronologisch unmögliche Lehre bei Pythagoras sowie seine Tätigkeit als Arzt und Wundertäter – gelten als aus Interpretationen seiner Dichtung erfunden.

Laut Aristoteles starb Empedokles im Alter von 60 Jahren (um 430 v. Chr.), andere Autoren geben ihm jedoch bis zu 109 Jahre. Über seinen Tod ranken sich viele Mythen: Eine Überlieferung besagt, er sei von einer Kraft von der Erde entfernt worden; eine andere behauptet, er sei in den Flammen des Ätna gestorben. Diogenes Laertios überliefert die Legende, Empedokles habe sich in den Ätna gestürzt, damit die Menschen glaubten, er sei ein unsterblicher Gott geworden, doch der Vulkan schleuderte eine seiner bronzenen Sandalen zurück und enthüllte so den Betrug. In Lukians komödiantischem Dialog Ikaromenippos trägt ihn ein Ausbruch zum Mond, wo er von Tau überlebt.

Empedokles' Philosophie antwortet direkt auf den Monismus des Parmenides und stützt sich wahrscheinlich auf Anaxagoras, obwohl er die späteren Eleaten oder Atomisten vermutlich nicht kannte. Sein Werk entlehnt Traditionen der Eleaten, Herakliteer und Pythagoreer, bringt aber eine eigenständige Philosophie hervor. Er etablierte vier ewige, unveränderliche 'Wurzeln' (Feuer, Luft, Wasser, Erde), die sich unter dem Einfluss von Liebe (Anziehung) und Streit (Abstoßung) verbinden und trennen. Diese Kräfte durchlaufen einen Kreislauf, beginnend mit einem ursprünglichen Zustand einer Kugel, in dem die Liebe vorherrscht, gefolgt von zunehmendem Streit, der die Welt der Phänomene erschafft.

Reader's Guide

Empedokles' Bedeutung liegt in seiner grundlegenden Theorie der vier klassischen Elemente, die für die nächsten zweitausend Jahre zum kosmologischen Standarddogma wurde. Er führte die dynamischen Prinzipien von Liebe und Streit ein, um Mischung und Trennung zu erklären, und nahm damit spätere Konzepte anziehender und abstoßender Kräfte vorweg. Seine Lehre der Wiedergeburt und seine Ablehnung von Tieropfern spiegeln ethische Dimensionen wider, die unter den Vorsokratikern ungewöhnlich sind. Galen betrachtete ihn als Begründer der sizilianischen Medizinschule und unterstrich damit seinen Einfluss über die Philosophie hinaus. Sein Tod wurde von antiken Autoren mythisiert und inspirierte später literarische Werke von Friedrich Hölderlin und Matthew Arnold. Lukrez sah ihn als Vorbild, und Horaz bezog sich in seiner Ars Poetica auf seinen Tod. Die moderne Forschung stellt fest, dass seine Biografie weitgehend aus seiner Dichtung rekonstruiert ist und seine Philosophie im weiteren Kontext griechischer Übernahmen aus ägyptischen, babylonischen und anderen östlichen Kulturen gesehen werden muss. Von ihm sind mehr Fragmente erhalten als von jedem anderen vorsokratischen Philosophen, was eine einzigartige poetische Stimme im frühen griechischen Denken bewahrt.

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Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

"τέσσαρα γὰρ πάντων ῥιζώματα πρῶτον ἄκουε·Ζεὺς ἀργὴς Ἥρη τε φερέσβιος ἠδ’ ἈιδωνεύςΝῆστίς θ’, ἥ δακρύοις τέγγει κρούνωμα βρότειον." — Empedokles "Höre zuerst die vier Wurzeln aller Dinge: den strahlenden Zeus, die lebensspendende Hera, den Aidoneus und die Nestis, die mit Tränen die sterbliche Quelle benetzt." — Empedokles "ἄλλο δέ τοι ἐρέω· φύσις οὐδενός ἐστιν ἁπάντωνθνητῶν, οὐδέ τις οὐλομένου θανάτοιο τελευτή,ἀλλὰ μόνον μίξις τε διάλλαξίς τε μιγέντωνἐστί, φύσις δ’ἐπὶ τοῖς ὀνομάζεται ἀνθρώποισιν." — Empedokles "Und ich werde dir etwas anderes sagen: Es gibt keine Geburt aller sterblichen Dinge, noch ein Ende im elenden Tod, sondern nur eine Mischung und Trennung des Gemischten; 'Geburt' wird so von den Menschen genannt." — Empedokles

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