Johann Gustav Droysen
Deutscher Historiker, der Macht idealisierte und die preußische Geschichtsschreibung prägte.
Johann Gustav Bernhard Droysen war ein deutscher Historiker, dessen Werk über Alexander den Großen dazu beitrug, eine neue Schule des deutschen historischen Denkens zu begründen, die die Macht sogenannter ‚großer‘ Männer idealisierte. Er war auch eine politische Persönlichkeit, die den Aufstieg Preußens als Weg zur deutschen Einigung unterstützte und im revolutionären Frankfurter Parlament diente.
- born
- 6 July 1808
- died
- 19 June 1884
- field
- History
- nationality
- German
- known_for
- History of Alexander the Great; coining the term 'Hellenistic'; Prussian historiography
Lore & Background
Droysen wurde am 6. Juli 1808 als Sohn eines Armeegeistlichen in Treptow in Pommern geboren. Als Kind erlebte er militärische Operationen während der Befreiungskriege, was die Grundlage für seine leidenschaftliche Verbundenheit mit Preußen legte. Er wurde am Gymnasium in Stettin und an der Universität Berlin ausgebildet und war von 1827 bis 1829 Privatlehrer von Felix Mendelssohn, der mehrere Gedichte Droysens vertonte. 1829 wurde er Lehrer am Grauen Kloster in Berlin und hielt später Vorlesungen an der Universität Berlin, wo er 1835 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Der Historiker Jacob Burckhardt besuchte 1839–40 seine Vorlesungen.
Droysens frühe Arbeiten konzentrierten sich auf die klassische Antike. Er veröffentlichte 1832 eine Übersetzung des Aischylos und eine Paraphrase des Aristophanes (1835–1838), aber sein Ruf als Historiker wurde durch seine *Geschichte Alexanders des Großen* (1833) begründet. Dieses Werk idealisierte Macht und Erfolg, ein Rahmen, den er aus Hegels Lehre übernommen hatte. Er setzte es mit der *Geschichte des Hellenismus* (1836–1843) fort, in der er den Begriff ‚hellenistisch‘ prägte, um die Zeit zwischen Alexanders Eroberungen und der Entstehung des Römischen Reiches zu bezeichnen. Er veröffentlichte auch die *Vorlesung des Freiheits Krieg* (1846) und die *Outlines of the Principles of History* (1858).
Reader's Guide
Droysens Bedeutung liegt in seiner Rolle als Begründer der preußischen Schule der Geschichtsschreibung, die die Rolle von Macht und großen Männern in der Geschichte betonte. Seine *Geschichte Alexanders des Großen* war das erste Werk, das dieses neue deutsche historische Denken repräsentierte, und seine Prägung des Begriffs ‚hellenistisch‘ prägte die Erforschung der antiken Welt. Politisch war er ein entschlossener Befürworter der preußischen Hegemonie, die er als den einzigen Weg zur deutschen Einigung ansah, und er diente im Frankfurter Parlament von 1848. Sein späteres Hauptwerk, die *Geschichte der preußischen Politik* (1855–1886), verfolgte das Wachstum der preußischen Monarchie bis 1756 und umfasste 32 Bände. Droysens methodisches Werk, *Erhebung der Geschichte zum Rang einer Wissenschaft* (1863), spiegelte seinen neuen Ansatz in Forschung und Schreiben wider. Sein Vermächtnis umfasst die Beeinflussung späterer Historiker wie Felix Gilbert, der 1931 seine Doktorarbeit über Droysen schrieb.
Did You Know?
- Droysen war von 1827 bis 1829 der Privatlehrer des Komponisten Felix Mendelssohn.
- Er prägte den Begriff ‚hellenistisch‘, um die Zeit zwischen den Eroberungen Alexanders des Großen und dem Aufstieg des Römischen Reiches zu beschreiben.
- Er diente als Sekretär des Ausschusses zur Ausarbeitung einer vorgeschlagenen Verfassung im revolutionären Frankfurter Parlament von 1848.
- Sein Sohn Gustav verfasste historische Werke über Gustav Adolf und Herzog Bernhard von Weimar.
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