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La Malinche

Nahua-Dolmetscherin und Vermittlerin für Hernán Cortés während der Eroberung.

La Malinche

Wikipedia / Wikimedia Commons

La Malinche (ca. 1500 – ca. 1529), auch bekannt als Marina oder Malintzin, war eine Nahua-Frau von der mexikanischen Golfküste, die als Dolmetscherin, Beraterin und Vermittlerin für Hernán Cortés eine Schlüsselrolle bei der spanischen Eroberung des Aztekenreiches (1519–1521) spielte. Sie war eine von 20 versklavten Frauen, die den Spaniern 1519 von den Einheimischen aus Tabasco geschenkt wurden, wurde später Cortés' Gefährtin und gebar seinen ersten Sohn Martín, einen der ersten Mestizen in Neuspanien. Ihr Ruf hat sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt und verkörpert Verrat, Opferrolle oder die symbolische Mutter des mexikanischen Volkes.

born
c. 1500
died
c. 1529
field
Interpreter, advisor, intermediary
nationality
Nahua (Mexican Gulf Coast)
known_for
Contributing to the Spanish conquest of the Aztec Empire as interpreter and intermediary for Hernán Cortés

Lore & Background

Als die Spanier in San Juan de Ulúa auf nahuatlsprachige Gesandte trafen, wurden Malinches Sprachkenntnisse entdeckt. Cortés versprach ihr ‚mehr als Freiheit‘, wenn sie ihm helfe, mit Moctezuma zu kommunizieren. Sie arbeitete mit Gerónimo de Aguilar zusammen, der Yukatekisches Maya und Spanisch sprach, um zu übersetzen: Cortés sprach Spanisch zu Aguilar, der für Malinche ins Maya übersetzte, die dann ins Nahuatl übersetzte. Die Nahua sprachen Cortés als ‚Malinche‘ an und nahmen sie als Bezugspunkt. Später gebar sie Cortés' Sohn Martín, einen der ersten Mestizen in Neuspanien.

Reader's Guide

La Malinches Bedeutung liegt in ihrer unverzichtbaren Rolle als mehrsprachige Dolmetscherin – sie sprach Nahuatl und Maya – während der spanischen Eroberung des Aztekenreiches. Historiker betonen ihre Wichtigkeit, sind sich jedoch uneinig, warum sie den Spaniern half. Nach Mexikos Unabhängigkeit 1821 stellten Dramen, Romane und Gemälde sie als böse oder hinterhältig dar. Heute ist sie in Mexiko eine mächtige Ikone, die auf widersprüchliche Weise verstanden wird: als Verkörperung des Verrats, als Inbegriff des Opfers oder als symbolische Mutter des neuen mexikanischen Volkes. Der Begriff ‚Malinchista‘ bezeichnet einen illoyalen Landsmann, besonders in Mexiko. Ihr Vermächtnis ist umstritten und spiegelt sich wandelnde soziale und politische Perspektiven über Jahrhunderte wider.

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