Wilhelm Keitel
Deutscher Generalfeldmarschall und Chef des Oberkommandos der Wehrmacht.
Wilhelm Bodewin Johann Gustav Keitel war ein deutscher Generalfeldmarschall, der während des Zweiten Weltkriegs als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW), der obersten Führung der Streitkräfte des nationalsozialistischen Deutschlands, diente. Er unterzeichnete eine Reihe von verbrecherischen Befehlen und Weisungen, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen führten, und wurde später vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg als einer der „Hauptkriegsverbrecher“ angeklagt. In allen Anklagepunkten – Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Verbrechen gegen den Frieden, Verschwörung und Kriegsverbrechen – für schuldig befunden, wurde er 1946 zum Tode verurteilt und durch den Strang hingerichtet.
- born
- 22 September 1882, Helmscherode, Duchy of Brunswick, Germany
- died
- 16 October 1946, Nuremberg, Germany
- field
- Military command
- nationality
- German
- known_for
- Chief of the Oberkommando der Wehrmacht (OKW); signing criminal orders; convicted war criminal
Lore & Background
Wilhelm Keitel wurde im Dorf Helmscherode bei Gandersheim als ältester Sohn von Carl Keitel, einem gutsituierten Landwirt, und dessen Frau Apollonia Vissering geboren. Seine Hauptinteressen als junger Mann waren die Jagd und das Reiten, Hobbys, die er später im Leben pflegte. Er wollte die Güter seiner Familie übernehmen, doch sein Vater wollte nicht in den Ruhestand gehen, sodass er 1901 eine militärische Laufbahn als Offiziersanwärter der Preußischen Armee einschlug. Am 18. April 1909 heiratete er Lisa Fontaine, die Tochter eines wohlhabenden Gutsbesitzers. Während des Ersten Weltkriegs diente Keitel an der Westfront, kämpfte in Flandern, wo er schwer verwundet wurde, und wurde zum Hauptmann befördert, bevor er 1915 zum Stab einer Infanteriedivision versetzt wurde. Nach dem Krieg wurde er in der Reichswehr weiterverwendet und war an der Organisation paramilitärischer Freikorps-Einheiten an der polnischen Grenze beteiligt. 1924 wurde er in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt, diente im Truppenamt und kehrte später in den Truppendienst zurück. 1929 war er Oberstleutnant im Kriegsministerium und wurde bald darauf Chef des Organisationsabteilung, eine Position, die er bis 1933 innehatte. Er reiste mindestens einmal in die Sowjetunion, um geheime Reichswehr-Ausbildungslager zu inspizieren. Im Herbst 1932 erlitt er einen Herzinfarkt und eine doppelseitige Lungenentzündung; nach seiner Genesung wurde er im Oktober 1933 zum stellvertretenden Kommandeur der 3. Infanterie-Division ernannt und befehligte 1934 die 22. Infanterie-Division in Bremen.
Reader's Guide
Keitels Bedeutung liegt in seiner Rolle als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, wo er als Hitlers wichtigster militärischer Stabsoffizier und Vollstrecker fungierte. Er unterzeichnete verbrecherische Befehle und Weisungen, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen führten, und seine unterwürfige Haltung gegenüber Hitler brachte ihm den Spitznamen „Lakeitel“ und die Verachtung seiner Standeskollegen ein. Nach dem Krieg war er der einzige hochrangige deutsche Befehlshaber, der in Nürnberg in allen vier Anklagepunkten – Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Verbrechen gegen den Frieden, Verschwörung und Kriegsverbrechen – verurteilt und hingerichtet wurde. Sein Vermächtnis ist das eines hohen Offiziers, der militärische Professionalität der nationalsozialistischen Ideologie unterordnete und so die brutalsten Maßnahmen des Regimes ermöglichte. Das Urteil des Internationalen Militärgerichtshofs machte ihn endgültig zum Symbol für die Gefahren blinden Gehorsams in militärischen Befehlsketten.
Did You Know?
- Keitel war 1,85 Meter groß und wurde als stämmiger, kantiger Preuße beschrieben.
- Er erhielt den Spitznamen „Lakeitel“, ein Wortspiel aus Lakai und seinem Nachnamen.
- Hermann Göring beschrieb Keitel als jemanden, der „das Hirn eines Feldwebels im Körper eines Feldmarschalls“ habe.
- Keitel saß nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 im „Ehrenhof“ des Heeres.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Ich rufe den allmächtigen Gott an, Er möge sich des deutschen Volkes erbarmen. Über zwei Millionen deutsche Soldaten sind vor mir für das Vaterland in den Tod gegangen. Ich folge nun meinen Söhnen – alles für Deutschland.“ – Wilhelm Keitel „Ich bin Soldat und habe 44 Jahre lang für den Kaiser, unter Ebert, Hindenburg und Hitler in gleicher Weise gearbeitet.“ – Wilhelm Keitel „Ich glaube, dass deutsche Soldaten gut und anständig sind, und wenn sie etwas Unrechtes getan haben, dann nur aus militärischer Notwendigkeit.“ – Wilhelm Keitel „Hitler gab uns Befehle – und wir glaubten an ihn. Dann begeht er Selbstmord und lässt uns die Schuld tragen. Er hätte am Leben bleiben sollen, um seinen Teil zu tragen.“ – Wilhelm Keitel
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