Fischer Black
Mitautor des Black-Scholes-Optionspreismodells.
Fischer Sheffey Black, Jr. (11. Januar 1938 – 30. August 1995) war ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der vor allem als einer der Mitautoren des Black-Scholes-Optionspreismodells bekannt ist. Er hatte akademische Positionen an der University of Chicago und dem Massachusetts Institute of Technology inne und arbeitete später bei Goldman Sachs. Neben seiner Arbeit zur Optionspreisbildung leistete Black wichtige Beiträge zur Entwicklung des Capital Asset Pricing Model (CAPM) und entwickelte Ideen zur Geldtheorie sowie zur Konjunkturtheorie.
- born
- January 11, 1938
- died
- August 30, 1995
- field
- Economics, Finance
- nationality
- American
- known_for
- Black–Scholes option pricing model, contributions to CAPM
Lore & Background
Fischer Black wurde im Stadtteil Georgetown von Washington, D.C. geboren. Er schloss 1959 sein Studium der Physik am Harvard College ab und promovierte 1964 in angewandter Mathematik an der Harvard University. Nach Tätigkeiten bei Bolt, Beranek and Newman und später bei Arthur D. Little lernte er Jack Treynor kennen und begann am Capital Asset Pricing Model zu arbeiten. Von 1971 bis 1975 hatte Black Gast- und ordentliche Professuren an der University of Chicago inne, lehrte dann bis 1984 an der MIT Sloan School of Management und wechselte anschließend zu Goldman Sachs, wo er 1986 Partner und Direktor der Quantitative Strategies Group wurde.
1973 veröffentlichten Black und Myron Scholes „The Pricing of Options and Corporate Liabilities“, das die Black-Scholes-Gleichung enthielt. Black trug auch zur Geldtheorie bei und argumentierte, dass eine diskretionäre Geldpolitik weder keynesianische Ziele erreichen noch den von Monetaristen befürchteten Schaden anrichten könne. Er schlug vor, dass Konjunkturzyklen aus unvorhersehbaren Missverhältnissen zwischen Technologie und Nachfrage resultieren, was ihn zu einem frühen Vertreter der Real-Business-Cycle-Theorie machte. Sein Buch „Business Cycles and Equilibrium“ (1987) stellte die Quantitätstheorie und Liquiditätskonzepte in Frage und behauptete, dass Geld endogen sei und Geld- und Fiskalpolitik kaum Auswirkungen auf Konjunkturzyklen hätten.
Reader's Guide
Die Bedeutung von Fischer Black liegt vor allem in seiner Mitentwicklung des Black-Scholes-Optionspreismodells, das die Finanzmärkte revolutionierte, indem es eine rigorose Methode zur Bewertung von Optionen bereitstellte. Seine Arbeit am Capital Asset Pricing Model trug zusammen mit Jack Treynor und anderen zur Etablierung der modernen Portfoliotheorie bei. Blacks Ideen zur Geldtheorie und zu Konjunkturzyklen, wenngleich weniger gefeiert, boten eine eigenständige gleichgewichtstheoretische Perspektive, die sowohl keynesianische als auch monetaristische Annahmen in Frage stellte. Sein Vermächtnis wird durch den 1997 an seinen Mitarbeiter Myron Scholes und Robert C. Merton für das Black-Scholes-Modell verliehenen Nobelpreis unterstrichen; Black war nicht teilnahmeberechtigt, da der Preis nicht posthum vergeben wird. Seine Beiträge beeinflussen weiterhin die quantitative Finanzwirtschaft, das Risikomanagement und die Wirtschaftstheorie.
Did You Know?
- Bei Black wurde Anfang 1994 Kehlkopfkrebs diagnostiziert; er starb im August 1995 im Alter von 57 Jahren.
- Er war Student des MIT-Professors Marvin Minsky und reichte 1964 seine Forschung für eine Promotion in angewandter Mathematik an der Harvard University ein.
- Black war Mitautor des Black-Derman-Toy-Zinsderivate-Modells, das Mitte der 1980er Jahre für den internen Gebrauch bei Goldman Sachs entwickelt wurde.
- Er wurde im Dezember 1996 in die Fixed Income Analysts Society Hall of Fame aufgenommen.
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