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Alfred Jodl

Deutscher Militäroffizier und verurteilter Kriegsverbrecher, in Nürnberg hingerichtet.

Alfred Josef Ferdinand Jodl war ein deutscher Militäroffizier und verurteilter Kriegsverbrecher, der während des Zweiten Weltkriegs als Chef des Wehrmachtführungsstabs im Oberkommando der Wehrmacht diente. Er wurde bei den Nürnberger Prozessen unter anderem wegen Verschwörung zur Begehung von Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, hauptsächlich weil er die verbrecherischen Kommando- und Kommissarbefehle unterzeichnet hatte. Er wurde in allen Anklagepunkten für schuldig befunden und 1946 durch den Strang hingerichtet.

born
10 May 1890
died
16 October 1946
field
Military officer
nationality
German
known_for
Chief of the Operations Staff of the OKW; convicted war criminal at Nuremberg

Lore & Background

Alfred Jodl wurde an einer Militärkadettenschule in München ausgebildet, die er 1910 abschloss. Von 1914 bis 1916 diente er an der Westfront und erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse für Tapferkeit und Verwundung. Nach einem kurzen Einsatz an der Ostfront 1917 kehrte er als Stabsoffizier zurück und wurde 1918 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Nach der Niederlage des Deutschen Kaiserreichs setzte er seine Karriere in der reduzierten Reichswehr fort. Jodl war zweimal verheiratet: 1913 und, nachdem er Witwer geworden war, 1944.

In den letzten Jahren der Weimarer Republik diente Jodl als Major in der Operationsabteilung des Truppenamts unter General Ludwig Beck. Er traf Adolf Hitler erstmals im September 1939. Am 23. August 1939 ernannte Hitler ihn zum Chef des Wehrmachtführungsstabs des neu gebildeten Oberkommandos der Wehrmacht. Jodl fungierte während der Invasionen Dänemarks und Norwegens als Stabschef. Er unterzeichnete den Kommissarbefehl vom 6. Juni 1941 und den Kommandobefehl vom 28. Oktober 1942. Am 1. Februar 1944 wurde er zum Generaloberst befördert und beim Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler leicht verletzt. Am 6. Mai 1945 wurde ihm von Großadmiral Karl Dönitz das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Jodl unterzeichnete am 7. Mai 1945 in Reims im Namen des OKW die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht.

Reader's Guide

Alfred Jodls Bedeutung liegt in seiner Rolle als Chefoperationsplaner der deutschen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs und seiner anschließenden Verurteilung wegen Kriegsverbrechen. Als Chef des Wehrmachtführungsstabs des OKW war er direkt an der Planung und Durchführung von Angriffskriegen beteiligt und unterzeichnete Befehle, die die summarische Hinrichtung von Kriegsgefangenen, darunter sowjetische Kommissare und alliierte Kommandosoldaten, vorschrieben. Sein Prozess in Nürnberg schuf einen rechtlichen Präzedenzfall für die strafrechtliche Verantwortung hochrangiger Militäroffiziere für die Umsetzung rechtswidriger Befehle. Die posthumen rechtlichen Schritte – ein 1953 ergangenes Urteil einer Spruchkammer, das ihn für nicht schuldig an der Verletzung des Völkerrechts erklärte, später aufgehoben – verdeutlichen die umstrittene Natur seines Vermächtnisses. Jodls Hinrichtung und die Verstreuung seiner Asche, um eine dauerhafte Grabstätte zu verhindern, spiegeln den Willen der Alliierten wider, Nazi-Größen ein Märtyrertum zu verwehren. Sein Fall bleibt ein Referenzpunkt in Diskussionen über die Kommandoverantwortung und die Grenzen des militärischen Gehorsams.

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Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

"(10. August 1938), zitiert in Eugene Davidson The Trial of the Germans (1997), S. 347." — Alfred Jodl "Münchner Abkommen (29. September 1938), zitiert in William Lawrence Shirer The Rise and Fall of the Third Reich: A History of Nazi Germany (1990), S. 422." — Alfred Jodl "Befehl an das deutsche Heer (23. Juli 1941), zitiert in George Ginsburgs The Nuremberg Trial and International Law (1990), S. 163." — Alfred Jodl "Rede vor Gauleitern in München (7. November 1943), zitiert in Eugene Davidson The Trial of the Germans (1997)." — Alfred Jodl

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