Indira Gandhi
Indiens erste und einzige Premierministerin, 1984 ermordet.
Wikipedia / Wikimedia Commons
Indira Priyadarshini Gandhi (geborene Nehru; 19. November 1917 – 31. Oktober 1984) war eine indische Staatsfrau, die zweimal als Premierministerin Indiens amtierte, von 1966 bis 1977 und erneut von 1980 bis zu ihrer Ermordung 1984. Sie war Indiens erste und einzige Premierministerin und eine zentrale Figur der indischen Politik als Führerin des Indischen Nationalkongresses. Von 1983 bis 1984 war sie zudem Vorsitzende der Blockfreien-Bewegung und damit die erste Inderin in dieser Position. Ihre Amtszeit von insgesamt 15 Jahren und 350 Tagen macht sie nach ihrem Vater Jawaharlal Nehru zur am zweitlängsten amtierenden Premierministerin Indiens.
- born
- 19 November 1917, Allahabad, British India
- died
- 31 October 1984, New Delhi, India
- field
- Politics
- nationality
- Indian
- known_for
- First and only female prime minister of India; leader of the Indian National Congress; centralization of power; state of emergency (1975–1977); India's first nuclear weapon test (1974); assassination
Lore & Background
Indira Gandhi wurde in eine kaschmirische Pandit-Familie in Allahabad geboren, als einziges überlebendes Kind von Jawaharlal Nehru und Kamala Nehru. Sie hatte eine einsame Kindheit, da ihr Vater oft abwesend oder inhaftiert war und ihre Mutter häufig krank war. Sie wurde zu Hause und an verschiedenen Schulen unterrichtet, darunter die Internationale Schule von Genf und das Somerville College in Oxford, das sie jedoch aufgrund von Krankheit und Kriegsausbruch in Europa ohne Abschluss verließ. 1942 heiratete sie Feroze Gandhi.
Reader's Guide
Indira Gandhis Bedeutung liegt in ihrer langen und prägenden Amtszeit als Premierministerin, in der sie Indien durch große militärische Konflikte mit China und Pakistan führte, die Gründung Bangladeschs überwachte und den ersten indischen Atomwaffentest initiierte. Ihre Herrschaft war geprägt von Machtzentralisierung, einem Ausnahmezustand von 1975 bis 1977, der die Bürgerrechte außer Kraft setzte, und einer umstrittenen Militäraktion am Goldenen Tempel 1984. Sie wurde später im selben Jahr von zwei Sikh-Leibwächtern ermordet. Ihr Vermächtnis ist umstritten: Befürworter schreiben ihr geopolitische Erfolge, die Grüne Revolution und Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu; Kritiker verweisen auf ihren Autoritarismus während des Ausnahmezustands. In einer BBC-Online-Umfrage von 1999 wurde sie zur „Frau des Jahrtausends“ gewählt und 2020 in die Liste des Time-Magazins der 100 Frauen aufgenommen, die das vergangene Jahrhundert geprägt haben.
Did You Know?
- Sie war nach Sirimavo Bandaranaike die zweite Premierministerin der Welt.
- Von 1983 bis 1984 war sie Vorsitzende der Blockfreien-Bewegung, als erste Inderin in dieser Position.
- Während des Ausnahmezustands von 1975 bis 1977 wurden mehr als 100.000 politische Gegner, Journalisten und Andersdenkende inhaftiert.
- Sie wurde am 31. Oktober 1984 von zwei ihrer Leibwächter ermordet, beide Sikh-Nationalisten, die Vergeltung für die Operation Blue Star suchten.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Das große Bedürfnis in der Welt heute ist, dass Nationen ihr nationales Interesse so definieren, dass es zu mehr Harmonie, mehr Gleichheit und Gerechtigkeit und mehr Stabilität in der Welt führt.“ – Indira Gandhi „Die Stärke einer Nation besteht letztlich darin, was sie aus eigener Kraft tun kann, und nicht darin, was sie sich von anderen borgen kann.“ – Indira Gandhi „Vorwort, 4. Fünfjahresplan“, Planungskommission der indischen Regierung (18. Juli 1970).“ – Indira Gandhi „Indien will um jeden Preis einen Krieg vermeiden, aber das ist keine einseitige Angelegenheit; man kann keine Hand schütteln, die zur Faust geballt ist.“ – Indira Gandhi
More in Notable Figures (5)
Elsewhere in the Historical Figures universe
Spotted an error? Know more?
This is a living reference — every entry is fact-audited, and reader corrections feed straight into our audit queue. Suggest an edit · See this site's audit record
