Historical Figures Codexery

Herbert A. Simon

Amerikanischer Gelehrter, bekannt für begrenzte Rationalität und Satisficing.

Herbert Alexander Simon war ein amerikanischer Gelehrter, dessen Arbeit die Informatik, Wirtschaftswissenschaften und kognitive Psychologie beeinflusste. Sein primäres Forschungsinteresse galt der Entscheidungsfindung in Organisationen, und er ist vor allem für die Theorien der ‚begrenzten Rationalität‘ und des ‚Satisficing‘ bekannt. Er erhielt 1975 den ACM Turing Award und 1978 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften.

born
June 15, 1916
died
February 9, 2001
field
Computer science, economics, cognitive psychology
nationality
American
known_for
Bounded rationality, satisficing

Lore & Background

Herbert Alexander Simon wurde am 15. Juni 1916 in Milwaukee, Wisconsin, geboren. Sein Vater war Elektroingenieur und Erfinder, seine Mutter eine versierte Pianistin. Simon besuchte die öffentlichen Schulen in Milwaukee, wo er ein Interesse an Wissenschaft entwickelte und sich als Atheist bekannte. 1933 trat er in die University of Chicago ein, studierte Sozialwissenschaften und Mathematik und erwarb sowohl seinen B.A. (1936) als auch seinen Ph.D. (1943) in Politikwissenschaft an derselben Universität. Seine Doktorarbeit befasste sich mit organisatorischer Entscheidungsfindung.

Nach seinem Bachelor-Abschluss arbeitete Simon von 1939 bis 1942 an der University of California, Berkeley, und war dann von 1942 bis 1949 Professor für Politikwissenschaft am Illinois Institute of Technology. 1949 wechselte er an das Carnegie Institute of Technology (später Carnegie Mellon University), wo er bis 2001 blieb. An der Carnegie Mellon half er bei der Gründung der Carnegie Mellon School of Computer Science, einer der ersten derartigen Fakultäten weltweit. Seine Forschung umfasste Kognitionswissenschaft, Informatik, öffentliche Verwaltung, Management und Politikwissenschaft.

Simon gehörte zu den Pionieren der künstlichen Intelligenz, der Informationsverarbeitung, der Entscheidungsfindung, der Problemlösung, der Organisationstheorie und komplexer Systeme. Er war einer der Ersten, die die Architektur der Komplexität analysierten und einen bevorzugten Bindungsmechanismus zur Erklärung von Potenzgesetzverteilungen vorschlugen. Sein Buch Administrative Behavior, erstmals 1947 veröffentlicht, diente als Grundlage für sein Lebenswerk über verhaltensbezogene und kognitive Prozesse menschlicher Entscheidungsfindung.

Reader's Guide

Die Bedeutung von Herbert A. Simon liegt in seinen interdisziplinären Beiträgen, die mehrere Fachgebiete neu gestalteten. Seine Theorie der begrenzten Rationalität stellte das klassische ökonomische Modell der vollkommenen Rationalität in Frage, indem sie argumentierte, dass menschliche Entscheidungsfindung durch Wissen und kognitive Fähigkeiten eingeschränkt ist. Dies führte zum Konzept des Satisficing – der Wahl einer akzeptablen Option anstelle einer optimalen. Simons Arbeit verband Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Informatik und legte den Grundstein für künstliche Intelligenz und Organisationstheorie. An der Carnegie Mellon University half er bei der Einrichtung einer der ersten Informatikfakultäten und beeinflusste Generationen von Forschern. Seine Auszeichnung sowohl mit dem ACM Turing Award als auch mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften unterstreicht seine Wirkung über Disziplinen hinweg. Simons Analyse der Komplexität und bevorzugter Bindungsmechanismen trug auch zum Verständnis von Potenzgesetzverteilungen in Netzwerken bei. Sein Vermächtnis lebt in der Art und Weise fort, wie wir Entscheidungsfindung, Problemlösung und die Architektur komplexer Systeme untersuchen.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Das Effizienzkriterium schreibt die Wahl der Alternativen vor, die das größte Ergebnis für den gegebenen Ressourceneinsatz erbringt.“ — Herbert A. Simon „Simon (1945, S. 179); zitiert in: Harry M. Johnson (1966) Sociology: A Systematic Introduction. S. 287.“ — Herbert A. Simon „Die Techniken des Praktikers werden gewöhnlich als ‚synthetisch‘ bezeichnet. Er entwirft, indem er bekannte Prinzipien und Vorrichtungen zu größeren Systemen zusammenfügt.“ — Herbert A. Simon „Simon (1945, S. 353); zitiert in: Philosophy of Technology and Engineering Sciences (2009) S. 425.“ — Herbert A. Simon

More in Scientists & Inventors (2)

Elsewhere in the Historical Figures universe

Spotted an error? Know more?

This is a living reference — every entry is fact-audited, and reader corrections feed straight into our audit queue. Suggest an edit · See this site's audit record

Comments

Loading…
Open in the interactive codex →