Cimabue
Italienischer Maler, der sich vom byzantinischen Stil löste, Lehrer von Giotto (umstritten).
Giovanni Cimabue (um 1240 – 1302), auch bekannt als Cenni di Pepo oder Cenni di Pepi, war ein italienischer Maler und Mosaikgestalter aus Florenz. Er gilt allgemein als einer der ersten großen italienischen Maler, die sich vom italo-byzantinischen Stil lösten, obwohl er stark von byzantinischen Vorbildern beeinflusst war. Seine Werke zeigen im Vergleich zu den Normen der mittelalterlichen Kunst lebensechtere figürliche Proportionen und eine ausgefeiltere Schattierung.
- born
- c. 1240
- died
- 1302
- field
- Painting, mosaic design
- nationality
- Italian (Florentine)
- known_for
- Breaking from Italo-Byzantine style; teacher of Giotto (disputed)
Lore & Background
Über Cimabues frühes Leben ist wenig bekannt. Er wurde in Florenz geboren und starb in Pisa. Der Kunsthistoriker Pietro Toesca schrieb Cimabue die Kreuzigung in San Domenico in Arezzo (um 1270) zu, was sie zum frühesten bekannten zugeschriebenen Werk macht, das sich vom byzantinischen Stil abhebt. Um 1272 hielt er sich in Rom auf und schuf später ein Kruzifix für Santa Croce in Florenz, das beim Arno-Hochwasser 1966 beschädigt wurde. Laut Vasari entdeckte Cimabue den zehnjährigen Giotto beim Schafezeichnen und nahm ihn als Schüler auf, doch viele Gelehrte halten diese Behauptung heute für unglaubwürdig.
Um 1280 malte er die Maestà für San Francesco in Pisa (heute im Louvre) und begründete damit einen Stil, dem Duccio und Giotto folgten. Er arbeitete in Assisi unter Papst Nikolaus IV. und schuf Fresken in der Unter- und Oberkirche, wobei die Urheberschaft einiger Werke umstritten ist. Seine Maestà von Santa Trinita (um 1290–1300) zeigt weichere Ausdrücke, die möglicherweise von Giotto beeinflusst sind. In den Jahren 1301–1302 war er in Pisa, um ein Mosaik des thronenden Christus fertigzustellen, von dem der Teil mit dem heiligen Johannes dem Evangelisten erhalten ist. Er starb um 1302.
Reader's Guide
Cimabue gilt historisch als der letzte große Maler der italo-byzantinischen Tradition und als Brücke zur italienischen Proto-Renaissance. Vasari nannte ihn 'die Hauptursache für die Erneuerung der Malerei', merkte jedoch an, dass Giotto seinen Ruhm übertraf. Dantes Göttliche Komödie (Fegefeuer, Gesang XI) beklagt, wie schnell das öffentliche Interesse von Cimabue auf Giotto überging, und nutzt den Künstler, um die Vergänglichkeit des Ruhms zu veranschaulichen. Viele Werke, die einst Cimabue zugeschrieben wurden, sind heute umstritten, und keines ist signiert oder sicher datiert. Sein Vermächtnis umfasst den Einfluss auf Duccio und Giotto, obwohl seine Rolle als Giottos Lehrer von modernen Gelehrten infrage gestellt wird. Im Jahr 2019 wurde sein Gemälde Die Verspottung Christi für 24 Millionen Euro versteigert, ein Rekord für ein mittelalterliches Gemälde. Cimabues Spitzname könnte 'Ochsenkopf' oder 'einer, der die Ansichten anderer zermalmt' bedeuten und spiegelt einen hochmütigen Charakter wider, den Vasari beschrieb.
Did You Know?
- Cimabues Spitzname könnte 'Ochsenkopf' oder 'einer, der die Ansichten anderer zermalmt' bedeuten.
- Sein frühestes bekanntes zugeschriebenes Werk ist die Kreuzigung in San Domenico in Arezzo, die um 1270 datiert wird.
- Die Verspottung Christi wurde 2019 für 24 Millionen Euro verkauft, ein Weltrekord für ein mittelalterliches Gemälde.
- Vasari behauptete, Cimabue sei Giottos Lehrer gewesen, doch viele Gelehrte halten dies heute für unglaubwürdig.
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