Historical Figures Codexery

John Stuart Mill

Englischer Philosoph, Ökonom und liberaler Politiker.

John Stuart Mill (20. Mai 1806 – 7. Mai 1873) war ein englischer Philosoph, politischer Ökonom und Politiker. Er war ein paradigmatischer Philosoph des Liberalismus und wird von der Stanford Encyclopedia of Philosophy als „der einflussreichste englischsprachige Philosoph des 19. Jahrhunderts“ beschrieben. Er verstand Freiheit als Rechtfertigung der individuellen Freiheit gegen unbegrenzte staatliche und gesellschaftliche Kontrolle und formulierte das Schadensprinzip. Er setzte sich zudem für Verhältniswahl, die Emanzipation der Frau und die Entwicklung von Arbeiterorganisationen und landwirtschaftlichen Genossenschaften ein und wird sowohl als klassischer Liberaler als auch als Sozialliberaler eingestuft.

born
20 May 1806, Pentonville, London
died
7 May 1873
field
Philosophy, political economy, politics
nationality
English
known_for
Harm principle, On Liberty, The Subjection of Women, utilitarianism

Lore & Background

John Stuart Mill wurde in der 13 Rodney Street in Pentonville als ältester Sohn von Harriet Barrow und dem schottischen Philosophen James Mill geboren. Er wurde von seinem Vater mit dem Rat von Jeremy Bentham und Francis Place erzogen, erhielt eine äußerst strenge Erziehung und wurde bewusst von der Gesellschaft gleichaltriger Kinder außerhalb seiner Geschwister ferngehalten. Im Alter von drei Jahren lernte er Griechisch; mit acht hatte er Äsops Fabeln, Xenophons Anabasis und das gesamte Werk des Herodot gelesen und war mit Lukian, Diogenes Laërtius, Isokrates und sechs Dialogen Platons vertraut. Mit acht Jahren begann er Latein, Euklid und Algebra zu studieren, und mit zehn konnte er Platon und Demosthenes mühelos lesen. Mit etwa zwölf Jahren studierte er scholastische Logik und die logischen Abhandlungen des Aristoteles in der Originalsprache, und im folgenden Jahr wurde er in die politische Ökonomie eingeführt, wobei er mit seinem Vater Adam Smith und David Ricardo studierte. Mit vierzehn verbrachte er ein Jahr in Frankreich bei der Familie von Sir Samuel Bentham, besuchte Kurse in Chemie, Zoologie, Logik und höherer Mathematik und traf Jean-Baptiste Say und Henri Saint-Simon. Mit zwanzig durchlebte er Monate der Traurigkeit und dachte an Selbstmord, aber die Dichtung von William Wordsworth half ihm, seine Freude wiederzuerlangen. Anfang der 1830er Jahre lernte er Thomas Carlyle kennen; Mill bot an, Carlyles Werke auf eigene Kosten zu drucken, doch im März 1835 vernichtete ein Dienstmädchen das Manuskript von Carlyles „Französische Revolution“ bis auf wenige Blätter. Mill bot 200 Pfund Entschädigung an, aber Carlyle akzeptierte nur 100 Pfund. Ideologische Differenzen beendeten die Freundschaft in den 1840er Jahren. Mill korrespondierte auch mit Auguste Comte, dessen Positivismus Mill dazu veranlasste, Benthams psychologischen Egoismus abzulehnen.

Reader's Guide

John Stuart Mills Bedeutung liegt in seiner Formulierung des Schadensprinzips und seinem Eintreten für individuelle Freiheit gegen unbegrenzte staatliche und gesellschaftliche Kontrolle. Sein Essay „Über die Freiheit“ (1859) ist nach wie vor äußerst einflussreich, und ein Exemplar wird dem Vorsitzenden der Liberal Democrats als Amtssymbol überreicht. Er war ein Verfechter des Utilitarismus in der Nachfolge Jeremy Benthams und trug zur Erforschung wissenschaftlicher Methodik bei. Die Columbia Encyclopedia beschreibt Mill als gelegentlich „nahe am Sozialismus, einer Theorie, die seinen Vorgängern zuwider war“. Er war Mitautor des frühen feministischen Werks „Die Hörigkeit der Frau“ (1869) und war nach Henry Hunt im Jahr 1832 das zweite Parlamentsmitglied, das das Frauenwahlrecht forderte. Er setzte sich zudem für Verhältniswahl, die Emanzipation der Frau und die Entwicklung von Arbeiterorganisationen und landwirtschaftlichen Genossenschaften ein. Sein Vermächtnis umfasst die Einordnung sowohl als klassischer Liberaler als auch als Sozialliberaler, und sein Werk prägt bis heute das liberale Denken.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„John Stuart Mill (20. Mai 1806 – 8. Mai 1873), auch bekannt als J. S. Mill, war ein englischer politischer Philosoph und Ökonom, der ein Verfechter des Utilitarismus war.“ – John Stuart Mill „Nicht weil die Begierden der Menschen stark sind, handeln sie schlecht; sondern weil ihr Gewissen schwach ist.“ – John Stuart Mill „Eine Untersuchung der Philosophie von Sir William Hamilton (1865), zitiert in der 5. Auflage (1878), S. 617.“ – John Stuart Mill „Antrittsrede an der Universität St. Andrews, 1. Februar 1867 (1867), S. 36.“ – John Stuart Mill

More in Scientists & Inventors

Elsewhere in the Historical Figures universe

Spotted an error? Know more?

This is a living reference — every entry is fact-audited, and reader corrections feed straight into our audit queue. Suggest an edit · See this site's audit record

Comments

Loading…
Open in the interactive codex →