Historical Figures Codexery

Erich Raeder

Deutscher Großadmiral, der nach dem Zweiten Weltkrieg wegen Kriegsverbrechen verurteilt wurde.

Erich Johann Albert Raeder war ein deutscher Admiral, der eine bedeutende Rolle in der Marinegeschichte des Zweiten Weltkriegs spielte und nach dem Krieg wegen Kriegsverbrechen verurteilt wurde. Er erreichte 1939 den höchstmöglichen Marinerang, den eines Großadmirals, und führte die Kriegsmarine in der ersten Hälfte des Krieges bis zu seinem Rücktritt im Januar 1943.

born
24 April 1876
died
6 November 1960
field
Naval warfare
nationality
German
known_for
Leading the Kriegsmarine in World War II; convicted at Nuremberg

Lore & Background

Raeder wurde in eine bürgerliche protestantische Familie in Wandsbek in der preußischen Provinz Schleswig-Holstein hineingeboren. Sein Vater, ein Schuldirektor, prägte ihm Werte wie Fleiß, Sparsamkeit, Religion und Disziplin sowie eine starke Abneigung gegen Demokratie und Sozialdemokraten ein. Raeder trat 1894 in die Kaiserliche Marine ein, stieg aufgrund seiner Intelligenz und seines Fleißes schnell auf und war 1912 Stabschef von Franz von Hipper. Er war maßgeblich an der Lobbyarbeit für das dritte Flottengesetz von 1906 beteiligt und diente vor dem Ersten Weltkrieg als Kapitän der Privatyacht Kaiser Wilhelms II.

Während des Ersten Weltkriegs diente Raeder als Hippers Stabschef und nahm 1915 an der Seeschlacht bei der Doggerbank und 1916 an der Skagerrakschlacht teil. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Planung des Vorstoßes, der zur Skagerrakschlacht führte, und später bei dem Versuch, den Kieler Matrosenaufstand vom Oktober 1918 niederzuschlagen. Nach dem Krieg war er maßgeblich an der Auflösung der Arbeiter- und Soldatenräte beteiligt und fungierte als Verbindungsmann zwischen dem Offizierskorps der Marine und dem Reichswehrminister Gustav Noske.

Raeder führte die Kriegsmarine in der ersten Hälfte des Zweiten Weltkriegs, trat im Januar 1943 zurück und wurde durch Karl Dönitz ersetzt. In den Nürnberger Prozessen wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt, jedoch 1955 aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands vorzeitig entlassen.

Reader's Guide

Erich Raeders Bedeutung liegt in seiner Führung der deutschen Marine während der kritischen frühen Jahre des Zweiten Weltkriegs und seiner anschließenden Verurteilung wegen Kriegsverbrechen. Seine Karriere spiegelt die Spannungen innerhalb der deutschen Marinetradition zwischen der Tirpitzschen Doktrin der „ausgewogenen Flotte“ und dem Wegenerschen Ansatz des Handelskriegs wider. Raeders Behauptung, „unpolitisch“ zu sein, überdeckte eine tiefe Verpflichtung gegenüber autoritärem Nationalismus und eine Verachtung für die Demokratie, Ansichten, die ihm sein Vater vermittelt hatte. Seine Rolle bei der Niederschlagung des Kieler Matrosenaufstands und sein späterer Dienst unter der Weimarer Republik veranschaulichen das Selbstverständnis des Militärs als „überparteilich“, während es sich gleichzeitig in der Staatspolitik engagierte. Sein Vermächtnis wird durch seine vorzeitige Entlassung aus einer lebenslangen Haftstrafe verkompliziert, was ein Punkt historischer Debatten bleibt. Der Artikel stellt fest, dass Raeders Persönlichkeit kalt und distanziert war und selbst seine Freunde zugaben, wenig über ihn zu wissen.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

"Reichskanzler Adolf Hitler hatte die klare politische Forderung gestellt, ihm in 5 Jahren, das heißt bis zum 1. April 1938, eine Wehrmacht aufzubauen, die er als Machtinstrument in die Waagschale werfen könne." — Erich Raeder "Rede zum deutschen Heldengedenktag, 12. März 1939." — Erich Raeder "Zitiert in „He Led Hitler's Navy“, Artikel der „New York Times“, 24. April 1960." — Erich Raeder "Zitiert in Peter Charles Smith, The Great Ships Pass: British Battleships at War (1977)." — Erich Raeder

More in Rulers & Leaders (2)

Elsewhere in the Historical Figures universe

Spotted an error? Know more?

This is a living reference — every entry is fact-audited, and reader corrections feed straight into our audit queue. Suggest an edit · See this site's audit record

Comments

Loading…
Open in the interactive codex →