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Kara Mustafa Pasha

Osmanischer Großwesir, der nach der gescheiterten Belagerung Wiens hingerichtet wurde.

Kara Mustafa Pascha (1634/1635 – 25. Dezember 1683) war ein osmanischer Adliger, Militär und Großwesir, der eine zentrale Rolle bei den letzten Expansionsversuchen des Osmanischen Reiches nach Mittel- und Osteuropa spielte. Türkischer Herkunft, wuchs er in der Familie Köprülü auf und folgte 1676 seinem Schwager als Großwesir nach.

born
1634/1635, village of Mirince/Marınca near Merzifon
died
25 December 1683, Belgrade (executed by strangulation)
field
Military commander, grand vizier
nationality
Ottoman
known_for
Siege of Vienna (1683); campaigns in Poland, Russia, and Ukraine

Lore & Background

Kara Mustafa Pascha wurde als Sohn eines Sipahi geboren und wuchs im Haushalt der Köprülü auf, wo er von Köprülü Mehmed Pascha erzogen wurde und in die Familie einheiratete. Er bekleidete Ämter wie Telhisci, Silahdar und Mirahor-i-sani. 1659 wurde er Gouverneur von Silistrien und später stellvertretender Großwesir. 1676 handelte er mit Johann Sobieski einen Vertrag aus, der Podolien dem Reich hinzufügte, und folgte noch im selben Jahr seinem Schwager als Großwesir nach.

Er führte Feldzüge gegen das Zarentum Russland, errichtete osmanische Garnisonen in der Ukraine und eroberte Tschyhyryn und Kaniw. 1683 startete er aus eigener Initiative und ohne Wissen des Sultans einen Feldzug gegen Wien. Seinem Heer fehlten schwere Belagerungskanonen. Bis September hatte er Teile der Mauern eingenommen, doch am 12. September besiegte ihn ein polnisches Heer unter Johann III. Sobieski durch einen Flankenangriff. Osmanische Generäle und Vasallen halfen ihm aufgrund seiner Sturheit und seines Stolzes nicht.

Nach der Niederlage wurde er am 25. Dezember 1683 in Belgrad durch Erdrosseln mit einer Seidenschnur hingerichtet. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: ‚Soll ich sterben?‘ und ‚Wie Gott es gefällt.‘

Reader's Guide

Die Bedeutung Kara Mustafa Paschas liegt in seiner Rolle als letzter osmanischer Großwesir, der eine größere Expansion nach Mitteleuropa versuchte. Seine nicht genehmigte Belagerung Wiens 1683 endete in einer katastrophalen Niederlage, die zu seiner Hinrichtung führte und einen Wendepunkt im Schicksal des Osmanischen Reiches markierte. Die Schlacht löste die Gegenoffensive der Heiligen Liga aus, die zur habsburgischen Rückeroberung Ungarns führte. Sein Vermächtnis in der Türkei ist zwiespältig: Historiker sehen ihn entweder als fähigen Taktiker oder rücksichtslosen Befehlshaber, während Kemal Atatürk ihn verteidigte und auf die Größe des Marsches eines Heeres nach Wien hinwies. Die Stiftung des Merzifonlu Kara Mustafa Pascha war eine der größten in der osmanischen und türkischen Geschichte und wurde bis 1976 von seinen Nachkommen verwaltet. Sein Geburtsort wurde ihm zu Ehren in Karamustafapaşa umbenannt.

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