Tolui
Jüngster Sohn von Dschingis Khan, Regent und Vater zukünftiger Khane.
Tolui (ca. 1191–1232) war der jüngste Sohn von Dschingis Khan und Börte, ein bedeutender General während der frühen mongolischen Eroberungen und ein führender Kandidat für die Nachfolge seines Vaters. Nach Dschingis‘ Tod fungierte er bis zur Thronbesteigung seines Bruders Ögedei zwei Jahre später als Regent des Mongolischen Reiches. Seine Frau Sorghaghtani Beki gebar ihm die Söhne Möngke und Kublai, die der vierte und fünfte Khan des Reiches wurden, sowie Hulagu, den Gründer des Ilchanats.
- born
- c. 1191 (disputed; some sources place in late 1180s)
- died
- 1232
- field
- Military general, regent
- nationality
- Mongol
- known_for
- Regency after Genghis Khan's death; brutal Khorasan campaign; father of Möngke, Kublai, and Hulagu
Lore & Background
Tolui galt als der beste Krieger unter Dschingis Khans Söhnen, obwohl er während des Aufstiegs seines Vaters zur Macht weniger aktiv war als seine älteren Brüder. Er befehligte Armeen während der ersten Invasion des Jin-Reiches (1211–1215) und zeichnete sich während der mongolischen Invasion des Choresmischen Reiches aus. Im Jahr 1221 entsandte Dschingis Tolui, um die Region Chorasan zu unterwerfen, wo er seine Befehle mit rücksichtsloser Effizienz ausführte und die großen Städte Merw, Nischapur und Herat angriff. Mittelalterliche Chronisten schrieben den von ihm angeordneten Massakern in Nischapur und Merw mehr als drei Millionen Tote zu – Zahlen, die von modernen Historikern als übertrieben angesehen werden, aber ein Beleg für die außergewöhnliche Brutalität des Feldzuges sind.
Reader's Guide
Toluis Bedeutung liegt in seiner Rolle als Regent des Mongolischen Reiches nach Dschingis Khans Tod im Jahr 1227, eine Position, die er zwei Jahre lang bis zur Thronbesteigung seines Bruders Ögedei innehatte. Als jüngster Sohn war er nach der mongolischen Tradition des Ultimogenitur ein führender Kandidat, doch Dschingis überging ihn zugunsten von Ögedei. Toluis Vermächtnis wird auch durch seine Söhne bestimmt: Möngke und Kublai wurden der vierte und fünfte Khan, und Hulagu gründete das Ilchanat. Seine Frau Sorghaghtani Beki häufte nach Toluis Tod genug Reichtum und Unterstützer an, um Möngkes Aufstieg zur Macht im Jahr 1251 zu sichern. Toluis Tod unter unklaren Umständen – offiziell während eines schamanischen Rituals zur Rettung Ögedeis, alternativ durch Alkoholismus oder Vergiftung – trägt zu seiner historischen Faszination bei. Sein Chorasan-Feldzug, der von extremer Gewalt geprägt war, hinterließ einen nachhaltigen Eindruck in der Region.
Did You Know?
- Toluis Name bedeutet auf Mongolisch ‚Spiegel‘.
- Er wurde als Fünfjähriger entführt, aber von Altani, der Frau des Generals Boroqul, gerettet, so die Geheime Geschichte der Mongolen.
- Mittelalterliche Chronisten behaupteten, dass allein in Merw während seines Feldzuges über 1,3 Millionen Menschen starben.
- Toluis Frau Sorghaghtani Beki war eine nestorianische Christin.
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