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David Ricardo

Klassischer Ökonom, der sich für Freihandel und komparative Kostenvorteile einsetzte.

David Ricardo

Wikipedia / Wikimedia Commons

David Ricardo (18. April 1772 – 11. September 1823) war ein britischer Ökonom und Politiker, der neben Thomas Malthus, Adam Smith und James Mill als einer der einflussreichsten klassischen Ökonomen gilt. Bekannt ist er vor allem für die Entwicklung der Theorie der komparativen Kostenvorteile, die besagt, dass Nationen davon profitieren, sich auf Branchen zu spezialisieren, in denen sie die größte relative Effizienz aufweisen, sowie für sein Eintreten für den Freihandel, der später zur öffentlichen Politik in Großbritannien wurde.

born
18 April 1772, London, England
died
11 September 1823, age 51
field
Economics, politics
nationality
British
known_for
Theory of comparative advantage, free trade advocacy, opposition to Corn Laws, labour theory of value

Lore & Background

Ricardo wurde in London als drittes überlebendes Kind eines erfolgreichen Börsenmaklers aus einer sephardisch-jüdischen Familie portugiesischer Herkunft geboren. Im Alter von 21 Jahren brannte er mit einer Quäkerin durch und konvertierte zum Unitarismus, was zur Entfremdung von seiner Familie führte. Er machte sein Vermögen mit der Finanzierung von Staatsanleihen, zog sich später auf ein Anwesen in Gloucestershire zurück, amtierte als High Sheriff von Gloucestershire und kaufte sich als ernsthafter Reformer einen Sitz im Parlament. Er war befreundet mit James Mill, Jeremy Bentham und Thomas Malthus und Mitglied der Geological Society.

Als Abgeordneter für Portarlington setzte sich Ricardo für liberale Reformen ein, darunter Freihandel, Parlamentsreform und Strafrechtsreform. Er lehnte die Korngesetze ab, die er als Hindernisse für das Wirtschaftswachstum ansah. Mit 37 Jahren veröffentlichte er seinen ersten wirtschaftswissenschaftlichen Artikel, in dem er sich für eine Reduzierung der Notenausgabe der Bank of England aussprach. Er trug zu Theorien über Rente, Löhne und Gewinne bei, definierte Rente als die Differenz zwischen dem Ertrag, der durch gleiches Kapital und gleiche Arbeit erzielt wird, und stellte die These auf, dass mit steigenden Reallöhnen die realen Gewinne sinken.

Ricardo führte das Konzept der komparativen Kostenvorteile ein und argumentierte, dass Nationen ihre Ressourcen auf Branchen konzentrieren sollten, in denen sie im Vergleich zu ihren eigenen Alternativen die größte Effizienz aufweisen. Er glaubte, dass der internationale Handel immer vorteilhaft ist, selbst wenn ein Land in jedem Bereich wettbewerbsfähiger ist. Er starb im Alter von 51 Jahren an einer Ohrenentzündung, die zu einer Blutvergiftung führte, und hinterließ ein beträchtliches Vermögen.

Reader's Guide

David Ricardos Bedeutung liegt in seinen grundlegenden Beiträgen zur klassischen Volkswirtschaftslehre, insbesondere der Theorie der komparativen Kostenvorteile, die ein Eckpfeiler der internationalen Handelstheorie bleibt. Seine Arbeit stellte merkantilistische Ideen in Frage, indem sie zeigte, dass der Freihandel allen Nationen nützt, selbst denen mit absoluten Nachteilen. Ricardos Ablehnung der Korngesetze und sein Eintreten für den Freihandel beeinflussten die britische Wirtschaftspolitik, wobei seine Ansichten nach seinem Tod schließlich zur öffentlichen Politik wurden. Seine Theorien über Rente, Löhne und Gewinne prägten das spätere wirtschaftliche Denken, und sein Beharren auf der Arbeitswertlehre beeinflusste sowohl die klassische als auch die marxistische Ökonomie. Trotz der Zweifel seines Freundes John Louis Mallett an Ricardos Missachtung von Erfahrung und Praxis hatten seine Ideen eine nachhaltige Wirkung auf die Wirtschaftspolitik und -theorie, indem sie Spezialisierung und Freihandel als Wachstumsmotoren förderten.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Geld ist weder ein Material, mit dem man arbeitet, noch ein Werkzeug, mit dem man arbeitet.“ – David Ricardo „Reich genug, um alle meine Wünsche und die vernünftigen Wünsche aller um mich herum zu befriedigen.“ – David Ricardo „Der Nutzen ist also nicht das Maß des Tauschwerts, obwohl er für diesen absolut notwendig ist.“ – David Ricardo „Besitzen sie Nutzen, so beziehen Waren ihren Tauschwert aus zwei Quellen: aus ihrer Knappheit und aus der Menge an Arbeit, die zu ihrer Erlangung erforderlich ist.“ – David Ricardo

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