René Descartes
Französischer Universalgelehrter, der Philosophie und Mathematik transformierte.
René Descartes (31. März 1596 – 11. Februar 1650) war ein französischer Universalgelehrter, der in den Bereichen Philosophie, Mathematik, Naturwissenschaften, Physiologie und Medizin tätig war. Er gilt als Vater der modernen Philosophie, insbesondere durch die Einführung eines systematischen, methodenbasierten Ansatzes zur Erkenntnisgewinnung, sowie als Vater der analytischen Geometrie, die Geometrie und Algebra verbindet. Sein bekanntester philosophischer Satz lautet „cogito, ergo sum“ („Ich denke, also bin ich“).
- born
- 31 March 1596, La Haye en Touraine, France
- died
- 11 February 1650
- field
- Philosophy, mathematics, science, physiology, medicine
- nationality
- French
- known_for
- Cogito, ergo sum; analytic geometry; Cartesian coordinate system; method-based philosophy
Lore & Background
René Descartes wurde am 31. März 1596 in La Haye en Touraine, Frankreich, geboren. Seine Mutter starb im Mai 1597 kurz nach der Geburt eines totgeborenen Kindes. 1607 trat er in das Jesuitenkolleg von La Flèche ein, wo er mit Mathematik und Physik in Kontakt kam, und studierte später an der Universität Poitiers, wo er 1616 einen Baccalauréat und eine Lizenz im kanonischen und bürgerlichen Recht erwarb. 1618 trat er als Söldner in die protestantischen niederländischen Generalstaaten ein, studierte Militärtechnik und lernte Isaac Beeckman kennen, für den er das „Compendium of Music“ verfasste. Während er 1619 dem katholischen Herzog Maximilian von Bayern diente, war er an der Schlacht am Weißen Berg beteiligt. Laut Adrien Baillet hatte Descartes in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1619 in einem Raum mit einem Ofen drei Träume, nach denen er die analytische Geometrie und die Idee formulierte, die mathematische Methode auf die Philosophie anzuwenden.
Descartes verließ die Armee 1620, bereiste verschiedene Länder und kehrte nach Frankreich zurück, wo er seinen ersten Methodenaufsatz, „Regulae ad Directionem Ingenii“, verfasste. 1628 kehrte er in die Niederländische Republik zurück, wo er über zwanzig Jahre lang alle seine Hauptwerke schrieb. 1633, nachdem Galileo von der italienischen Inquisition verurteilt worden war, gab Descartes die Pläne zur Veröffentlichung von „Die Welt“ auf. 1637 veröffentlichte er Teile dieses Werks in drei Aufsätzen – „Les Météores“, „La Dioptrique“ und „La Géométrie“ –, denen der „Discours de la méthode“ vorangestellt war. 1641 veröffentlichte er „Meditationen über die Erste Philosophie“, gefolgt 1644 von „Prinzipien der Philosophie“. 1643 wurde die cartesianische Philosophie an der Universität Utrecht verurteilt, was ihn zur Flucht zwang. Er hatte eine Beziehung mit einem Dienstmädchen, Helena Jans van der Strom, mit der er eine Tochter namens Francine hatte, die im Alter von fünf Jahren an Scharlach starb. Descartes weinte bei ihrem Tod und verteidigte den Ausdruck von Emotionen. Er korrespondierte mit Prinzessin Elisabeth von Böhmen und veröffentlichte 1649 „Die Leidenschaften der Seele“, das ihr gewidmet war.
Reader's Guide
Descartes' Bedeutung liegt in seiner Transformation der Methodik in der Philosophie und seinen grundlegenden Beiträgen zur Mathematik. Indem er sich weigerte, die Autorität früherer Philosophen anzuerkennen, und erklärte, er werde über Emotionen schreiben, „als ob niemand zuvor über diese Dinge geschrieben hätte“, etablierte er einen systematischen, methodenbasierten Ansatz zur Erkenntnis. Seine Aussage „cogito, ergo sum“ wurde zu einem Eckpfeiler der modernen Philosophie. In der Mathematik verband er Geometrie und Algebra zur analytischen Geometrie, was zum nach ihm benannten kartesischen Koordinatensystem führte, das die Entdeckung der Infinitesimalrechnung und Analysis ermöglichte. Seine Werke, darunter „Meditationen über die Erste Philosophie“ und „Discours de la méthode“, werden weiterhin studiert. Er war eine Schlüsselfigur der wissenschaftlichen Revolution, und sein Einfluss erstreckt sich auf Metaphysik, Erkenntnistheorie, Ethik, Wissenschaftsphilosophie, Physik, Optik, Mechanik, Kosmologie, Meteorologie, Physiologie und Medizin. Trotz der Verurteilung seiner Philosophie an der Universität Utrecht im Jahr 1643 blieben seine Ideen bestehen und prägten die spätere Geistesgeschichte.
Did You Know?
- Descartes' Mutter starb im Mai 1597, wenige Tage nach der Geburt eines totgeborenen Kindes.
- Er hatte eine Tochter namens Francine mit dem Dienstmädchen Helena Jans van der Strom; Francine starb im Alter von fünf Jahren an Scharlach.
- Laut Adrien Baillet hatte Descartes in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1619 drei Träume, die ihn zur Formulierung der analytischen Geometrie führten.
- 1643 wurde die cartesianische Philosophie an der Universität Utrecht verurteilt, was Descartes zur Flucht zwang.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Me tenant comme je suis, un pied dans un pays et l'autre en un autre, je trouve ma condition très heureuse, en ce qu'elle est libre.“ — René Descartes „Wie ich bin, mit einem Fuß in einem Land und dem anderen in einem anderen, finde ich meinen Zustand sehr glücklich, da er frei ist.“ — René Descartes „Die gesamte Methode besteht in der Ordnung und Anordnung der Dinge, auf die das geistige Auge gerichtet werden muss, damit wir eine Wahrheit entdecken können.“ — René Descartes „Zitiert nach Clarke, Desmond M. (2006). Descartes: a Biography. Cambridge Press. S. 67. ISBN 978-0-521-82301-2.“ — René Descartes
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