Pierre-Joseph Cambon
Französischer Staatsmann, der zur Beendigung von Robespierres Herrschaft beitrug.
Pierre-Joseph Cambon war ein französischer Staatsmann, der während der Französischen Revolution aktiv war. Er ist vor allem dafür bekannt, dass er auf dem Nationalkonvent gegen Maximilien Robespierre sprach, ein Akt, der das Ende von Robespierres Herrschaft einleitete.
- born
- 10 June 1756
- died
- 15 February 1820
- field
- Politics, Finance
- nationality
- French
- known_for
- Speaking against Robespierre; creating the Great Book of the Public Debt
Lore & Background
Geboren in Montpellier, war Cambon der Sohn eines wohlhabenden Baumwollhändlers. 1785 zog sich sein Vater zurück und überließ Pierre und seinen beiden Brüdern die Führung des Geschäfts, doch 1788 ging Pierre in die Politik und wurde als stellvertretender Abgeordneter zu den Generalständen entsandt, wo er meist nur Zuschauer war. Im Januar 1790 kehrte er nach Montpellier zurück, gründete dort den Jakobinerclub und verfasste nach der Flucht nach Varennes im Jahr 1791 eine der ersten Petitionen zur Ausrufung einer Republik.
In die Gesetzgebende Versammlung gewählt, galt Cambon als unabhängig, ehrlich und begabt in Finanzfragen. Er schlug die Schaffung des ‚Großen Buchs der Staatsschulden‘ vor, um die Staatsschulden zu konsolidieren, eine Maßnahme, die 1792 umgesetzt wurde. Er verabschiedete auch ein Gesetz zur Beschlagnahme von Emigrantenbesitz und versuchte, eidverweigernde Priester nach Französisch-Guayana zu deportieren. In den Nationalkonvent wiedergewählt, stellte er sich gegen die Pariser Kommune, prangerte Marats Plakate an und war ein entschiedener Gegner von General Dumouriez.
Reader's Guide
Cambons Bedeutung liegt in seinen Finanzreformen und seiner entscheidenden Rolle beim Sturz Robespierres. Als aktivstes Mitglied des Finanzausschusses schlug er das Große Buch der Staatsschulden vor und setzte es um, das die Staatsschulden in einem einzigen Register zusammenfasste – ein entscheidender Schritt zur Stabilisierung der Revolutionsfinanzen. Seine Unabhängigkeit von Fraktionen und seine Verteidigung neuer Institutionen machten ihn zu einer verlässlichen Figur im Tumult. Indem er auf dem Nationalkonvent gegen Robespierre sprach, trug er direkt zum Ende der Schreckensherrschaft bei. Allerdings machte ihn seine Verbindung zur früheren Revolutionsregierung zum Ziel der Thermidorianischen Reaktion, sodass er sich verstecken musste. Sein Vermächtnis ist das eines fähigen Verwalters und eines zentralen Akteurs am Wendepunkt der Revolution.
Did You Know?
- Cambon verfasste nach der Flucht nach Varennes im Jahr 1791 die erste Petition zur Ausrufung einer Republik.
- Er schlug die Schaffung des ‚Großen Buchs der Staatsschulden‘ vor, um alle Staatsschulden zu konsolidieren.
- Er zog sich Robespierres Hass zu, indem er die Abschaffung der Gehälter für den Klerus vorschlug.
- Nach der Thermidorianischen Reaktion lebte er versteckt in Montpellier.
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