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Charles Martel

Fränkischer Anführer, der bei Tours eine umayyadische Invasion besiegte.

Charles Martel

Wikipedia / Wikimedia Commons

Charles Martel (ca. 688 – 22. Oktober 741), dessen Beiname Martel im Altfranzösischen „der Hammer“ bedeutet, war ein fränkischer politischer und militärischer Führer. Als Herzog und Fürst der Franken sowie Hausmeier war er von 718 bis zu seinem Tod der De-facto-Herrscher der Franken. Er war ein Sohn des fränkischen Staatsmannes Pippin des Mittleren und einer Adligen namens Alpaida. Charles stellte in Francia eine zentralisierte Regierung wieder her und führte Feldzüge durch, die die Franken erneut zu Herren Galliens machten. Ihm wird eine einflussreiche Rolle bei der Entwicklung des fränkischen Lehnswesens zugeschrieben sowie die Eindämmung der Ausbreitung des Islam in Westeuropa durch seinen Sieg in der Schlacht von Tours.

born
c. 688
died
22 October 741
field
Military and political leader
nationality
Frankish
known_for
Victory at the Battle of Tours; restoring centralized government in Francia; credited with influencing the development of Frankish feudalism

Lore & Background

Charles, der in späteren Chroniken den Beinamen „Martel“ erhielt, war ein Sohn Pippins des Mittleren und seiner Mätresse, möglicherweise zweiten Ehefrau, Alpaida. Die ältere Geschichtsschreibung beschreibt Charles oft als „unehelich“, doch die Grenze zwischen Ehefrauen und Konkubinen war im Frankenreich des 8. Jahrhunderts nicht klar gezogen. Nach Pippins Tod im Dezember 714 wurde Charles von Plectrude, Pippins erster Frau, inhaftiert, um ihn daran zu hindern, die Nachfolge ihres Enkels Theudoald anzufechten. Charles entkam vor Ende 715 und wurde zum Hausmeier von Austrasien ausgerufen. Seine einzige Niederlage erlitt er in der Schlacht von Köln 716, doch er wendete das Blatt mit Siegen in den Schlachten von Amblève (716) und Vinchy (717). Anschließend nahm er Köln ein, zerstreute Plectrudes Anhänger und rief Chlothar IV. zum König von Austrasien aus. Bis 718, nachdem er ein Bündnis von Chilperich II. und Odo dem Großen in der Schlacht von Soissons besiegt hatte, sicherte sich Charles die Anerkennung als Hausmeier über alle fränkischen Königreiche.

Reader's Guide

Die Bedeutung Karl Martells liegt in seiner Festigung der fränkischen Macht und seinem militärischen Sieg in der Schlacht von Tours, der als wichtiger Faktor für die Eindämmung der Ausbreitung des Islam in Westeuropa gilt. Er stellte in Francia eine zentralisierte Regierung wieder her, baute auf der Arbeit seines Vaters Pippin des Mittleren auf und machte die Franken erneut zu unbestrittenen Herren Galliens. Neben seinen militärischen Unternehmungen wird Karl traditionell eine einflussreiche Rolle bei der Entwicklung des fränkischen Lehnswesens zugeschrieben. Am Ende seiner Herrschaft teilte er Francia zwischen seinen Söhnen Karlmann und Pippin auf; Pippin wurde der erste König der Karolinger-Dynastie. Karls Enkel Karl der Große erweiterte die fränkischen Reiche und wurde der erste Kaiser im Westen seit dem Untergang des Weströmischen Reiches. Karls Vermächtnis umfasst somit sowohl die unmittelbare Stabilisierung der fränkischen Herrschaft als auch die Grundlage für das Karolingerreich.

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