A. J. Ayer
Englischer Philosoph, der den logischen Positivismus und den Emotivismus vorantrieb.
Sir Alfred Jules ‚Freddie‘ Ayer (29. Oktober 1910 – 27. Juni 1989) war ein englischer Philosoph, der sich durch seine Darstellung der zentralen Thesen des logischen Positivismus in *Language, Truth, and Logic* (Sprache, Wahrheit und Logik, 1936) fachlich etablierte. Die Ablehnung der Metaphysik und die Befürwortung des Emotivismus in diesem Werk waren Anlass für zahlreiche Kontroversen und Debatten. Ayer war bekannt für sein Eintreten für den Humanismus und war Präsident der British Humanist Association und der Homosexual Law Reform Society.
- born
- 29 October 1910, St John's Wood, London
- died
- 27 June 1989
- field
- Philosophy
- nationality
- English
- known_for
- Exposition of logical positivism in *Language, Truth, and Logic* (1936)
Lore & Background
Ayer wurde in St John's Wood, London, als Sohn von Jules Louis Cyprien Ayer und Reine Citroen geboren. Seine Mutter stammte aus der niederländisch-jüdischen Familie, die das Automobilunternehmen Citroën gründete; sein Vater war ein Schweizer calvinistischer Finanzier. Er wurde an der Ascham St Vincent's School und am Eton College ausgebildet, wo er King's Scholar war und sich in den klassischen Sprachen und im Sport hervortat. Er gewann ein Stipendium für klassische Philologie am Christ Church College in Oxford und schloss sein Studium mit einem Bachelor mit Auszeichnung ab. Nach einem Studienaufenthalt bei Moritz Schlick und dem Wiener Kreis im Winter 1932–1933 lehrte er von 1933 bis 1940 am Christ Church College.
Während des Zweiten Weltkriegs diente Ayer als Offizier in den Welsh Guards, hauptsächlich im Geheimdienst (Special Operations Executive und MI6). Nach dem Krieg wurde er von 1946 bis 1959 Grote Professor of the Philosophy of Mind and Logic am University College London und kehrte dann als Wykeham Professor of Logic an das New College in Oxford zurück, wo er bis zu seiner Emeritierung 1977/1978 lehrte. 1970 wurde er zum Ritter geschlagen. Ayer war viermal mit drei Frauen verheiratet und hatte Kinder mit seinen Ehefrauen sowie mit der Hollywood-Kolumnistin Sheilah Graham Westbrook.
1988 schrieb Ayer einen Artikel über eine Nahtoderfahrung, nachdem sein Herz für vier Minuten ausgesetzt hatte. Er sagte, dies habe seine Überzeugung, dass der Tod das Ende sei, etwas geschwächt, obwohl er weiterhin hoffte, dass dies der Fall sei. Er starb am 27. Juni 1989.
Reader's Guide
Die Bedeutung von A. J. Ayer liegt vor allem in seiner Rolle als führender britischer Vertreter des logischen Positivismus, einer Bewegung, die die Philosophie auf empirische Verifikation gründen wollte. Sein erstes Buch, *Language, Truth, and Logic* (1936), das er im Alter von 26 Jahren veröffentlichte, machte ihn zum *Enfant terrible* der britischen Philosophie, indem es argumentierte, dass metaphysische Aussagen – einschließlich solcher über Gott – bedeutungslos seien, weil sie nicht verifiziert werden könnten. Diese Haltung, zusammen mit seiner Befürwortung des Emotivismus in der Ethik, löste anhaltende Kontroversen aus. Ayers Karriere umfasste prestigeträchtige akademische Positionen in Oxford und am University College London, und er wurde 1970 zum Ritter geschlagen. Über die Philosophie hinaus war er ein prominenter öffentlicher Intellektueller: Er kämpfte 1938 bei der Nachwahl in Oxford, war Präsident der British Humanist Association und der Homosexual Law Reform Society und engagierte sich im Anti-Vietnamkriegs-Aktivismus. Zu seinen späteren Jahren gehörte eine viel diskutierte Nahtoderfahrung, die er als eine leichte Schwächung seiner Überzeugung beschrieb, dass der Tod das Ende sei. Ayers Vermächtnis besteht darin, dass er eine zentrale Figur der analytischen Philosophie des 20. Jahrhunderts und ein lautstarker Verfechter des säkularen Humanismus ist.
Did You Know?
- Ayer stellte sich 1987 auf einer Party dem Boxer Mike Tyson und sagte zu ihm: „Ich bin der ehemalige Wykeham Professor of Logic“, nachdem Tyson damit prahlte, Schwergewichts-Champion zu sein.
- Er diente während des Zweiten Weltkriegs als Offizier in den Welsh Guards und arbeitete für das Special Operations Executive und MI6.
- Ayer war Präsident der Homosexual Law Reform Society und bemerkte dazu: „Als notorischer Heterosexueller konnte mir nie vorgeworfen werden, mir selbst die Taschen zu stopfen.“
- Er hatte 1988 eine Nahtoderfahrung, nachdem er an Räucherlachs erstickt war, über die er in einem Artikel mit dem Titel „What I saw when I was dead“ (Was ich sah, als ich tot war) schrieb.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Sir Alfred Jules Ayer (29. Oktober 1910 – 27. Juni 1989), meist als A. J. Ayer oder Freddie Ayer bezeichnet, war ein britischer humanistischer Philosoph, der einer der führenden Vertreter des logischen Positivismus war.“ – A. J. Ayer „Es gibt die Philosophie, die sich mit der Begriffsanalyse befasst – mit der Bedeutung dessen, was wir sagen – und es gibt all dies … das ganze Leben.“ – A. J. Ayer „Damit betonte er seine Ansichten über die Philosophie als etwas Abstraktes und vom normalen Leben Getrenntes gegenüber Isaiah Berlin, Anfang der 1930er Jahre, zitiert in A.J. Ayer: A Life (1999) von Ben Rogers, S. 2.“ – A. J. Ayer „The Foundations of Empirical Knowledge (1940).“ – A. J. Ayer
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