Historical Figures Codexery

Lin Biao

Chinesischer Militärkommandeur und Politiker, maßgeblich am Sieg der Kommunisten beteiligt.

Lin Biao (5. Dezember 1907 – 13. September 1971) war ein chinesischer Militärkommandeur und Politiker, der maßgeblich zum Sieg der Kommunisten im Chinesischen Bürgerkrieg beitrug. Er befehligte die Feldzüge von Liaoshen und Pingjin, führte die Volksbefreiungsarmee in Peking ein und vertrieb die Kuomintang aus dem südöstlichen Küstengebiet Chinas. Als dritter der Zehn Marschälle wurde er später Vizepremier, stellvertretender Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas und Verteidigungsminister. Er spielte eine Schlüsselrolle bei der Pflege des Personenkults um Mao Zedong, bevor er bei einem umstrittenen Flugzeugabsturz ums Leben kam.

born
5 December 1907
died
13 September 1971
field
Military commander, politician
nationality
Chinese
known_for
Key role in Communist victory in Chinese Civil War; designated Mao's sole successor; died in disputed plane crash

Lore & Background

Lin Biao wurde in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie in Huanggang, Hubei, geboren und besuchte ab 1917 die Grundschule. Vor seinem Schulabschluss 1925 trat er einer Nebenorganisation des Kommunistischen Jugendverbandes bei und schrieb sich anschließend an der Whampoa-Militärakademie ein. Als Kadett bewunderte er Chiang Kai-shek und studierte unter Zhou Enlai. Nach seinem Abschluss 1926 diente er unter Ye Ting, stieg während der Nordexpedition schnell auf und trat der Kommunistischen Partei bei. Seine arrangierte Ehe mit einer Frau namens Ong endete faktisch, als er die Kuomintang verließ.

Nach der Spaltung zwischen Kuomintang und Kommunisten nahm Lin am Nanchang-Aufstand teil und schloss sich 1928 Mao Zedong und Zhu De im Jiangxi-Fujian-Sowjet an. Er wurde einer von Maos engsten Unterstützern und befehligte die Erste Heeresgruppe, die für ihre Beweglichkeit und erfolgreichen Flankenmanöver bekannt war. Während des Langen Marsches unterstützte er Maos Aufstieg auf der Zunyi-Konferenz. Edgar Snow beschrieb Lin als schüchtern und zurückhaltend, im Gegensatz zu Peng Dehuai, und stellte fest, dass Lin in über hundert Schlachten nie verwundet wurde.

Nach 1949 zog sich Lin zunächst aus der aktiven Politik zurück, diente aber ab 1954 als Vizepremier und ab 1958 als stellvertretender Vorsitzender, bevor er 1959 Verteidigungsminister wurde. Er half, Maos Personenkult zu pflegen, und wurde von 1966 bis zu seinem Tod als alleiniger stellvertretender Vorsitzender der Partei zu Maos alleinigem Nachfolger bestimmt. Er starb am 13. September 1971, als eine Hawker Siddeley Trident in der Nähe von Öndörkhaan, Mongolei, unter umstrittenen Umständen abstürzte – offiziell nach einem gescheiterten Putschversuch, andere behaupten jedoch, er sei aus Angst vor einer Säuberung geflohen. Er wurde posthum als Verräter verurteilt und zusammen mit Jiang Qing für die Exzesse der Kulturrevolution verantwortlich gemacht.

Reader's Guide

Lin Biaos Bedeutung liegt in seiner Doppelrolle als brillanter Militärkommandeur und zentrale politische Figur während der Kulturrevolution. Seine Erfolge auf dem Schlachtfeld, insbesondere die Führung der Ersten Heeresgruppe und die Leitung von Feldzügen, die den Sieg der Kommunisten sicherten, machten ihn zu einem der effektivsten Kommandeure der Roten Armee. Seine taktischen Neuerungen – Finte, Hinterhalte und Flankenangriffe – standen im Gegensatz zu Peng Dehuais Frontalangriffen, und seine Truppen erbeuteten zwischen 1930 und 1933 doppelt so viele Gefangene und Ausrüstung wie andere Gruppen. Politisch brachte ihn die Pflege von Maos Personenkult in die Position von Maos designiertem Nachfolger, aber sein plötzlicher Tod bei einem Flugzeugabsturz unter umstrittenen Umständen – ob auf der Flucht vor einem gescheiterten Putsch oder aus Angst vor einer Säuberung – führte zu seiner posthumen Verurteilung als Verräter. Die offizielle chinesische Darstellung besagt, er habe einen Putschversuch unternommen; andere bestreiten dies. Seit den späten 1970er Jahren wird er offiziell zusammen mit Jiang Qing als eine der beiden wichtigsten ‚konterrevolutionären‘ Kräfte angesehen, die für die schlimmsten Exzesse der Kulturrevolution verantwortlich gemacht werden. Sein Vermächtnis bleibt umstritten und spiegelt das komplexe Zusammenspiel von militärischen Erfolgen, politischer Loyalität und historischem Revisionismus im modernen China wider.

Did You Know?

More in Rulers & Leaders (2)

Elsewhere in the Historical Figures universe

Spotted an error? Know more?

This is a living reference — every entry is fact-audited, and reader corrections feed straight into our audit queue. Suggest an edit · See this site's audit record

Comments

Loading…
Open in the interactive codex →