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James Mill

Schottischer Historiker, Ökonom und Vater von John Stuart Mill.

James Mill (geboren als James Milne; 6. April 1773 – 23. Juni 1836) war ein schottischer Historiker, Ökonom und politischer Theoretiker sowie ein Begründer der Ricardianischen Schule der Volkswirtschaftslehre. Bekannt ist er vor allem für sein einflussreiches Werk *The History of British India* (1817), das die indische Geschichte in hinduistische, muslimische und britische Perioden unterteilt, sowie als Vater des Philosophen John Stuart Mill.

born
6 April 1773
died
23 June 1836
field
History, economics, political theory
nationality
Scottish
known_for
The History of British India, founder of Ricardian school of economics, father of John Stuart Mill

Lore & Background

James Mill wurde in Northwater Bridge, Angus, Schottland, als Sohn eines Schuhmachers und Kleinbauern geboren. Seine Mutter sorgte für eine erstklassige Ausbildung; nach der Pfarrschule und der Montrose Academy besuchte er die University of Edinburgh, wo er sich als Gräzist auszeichnete. Im Oktober 1789 wurde er zum Pfarrer der Church of Scotland ordiniert, lehnte jedoch laut der Autobiographie seines Sohnes später sowohl die Offenbarung als auch die natürliche Religion ab. Von 1790 bis 1802 finanzierte er seinen Lebensunterhalt durch Privatlehrertätigkeiten, während er historische und philosophische Studien betrieb. 1802 ging er mit Sir John Stuart nach London und widmete sich literarischer Arbeit; er redigierte von 1803 bis 1806 das *Literary Journal* und den *St James's Chronicle*. 1805 veröffentlichte er eine Übersetzung von Charles de Villers‘ Werk über die Reformation und begann mit *The History of British India*, dessen Fertigstellung zwölf Jahre dauerte. Im selben Jahr heiratete er Harriet Burrow; ihr ältester Sohn John Stuart Mill wurde 1806 geboren.

Reader's Guide

James Mills Bedeutung liegt in seiner Rolle als Begründer der Ricardianischen Schule der Volkswirtschaftslehre und als zentraler utilitaristischer Denker, der Jeremy Benthams Grundsätze übernahm. Seine *History of British India* (1817) war äußerst einflussreich, prägte die britische Sicht auf Indien und rechtfertigte den Imperialismus aus utilitaristischer Perspektive. Mill besuchte Indien nie und stützte sich ausschließlich auf schriftliches Material – eine Tatsache, die später vom Ökonomen Amartya Sen kritisiert wurde. Das Werk stellte die indische Gesellschaft als barbarisch und die Hindus als unfähig zur Selbstregierung dar und wurde von Thomas Trautmann als die wichtigste Quelle des britischen Indophobie beschrieben. Mills offizielle Laufbahn bei der East India Company, wo er zum Leiter des Prüfungsamtes aufstieg, ermöglichte ihm, Einfluss auf die indische Regierungsführung zu nehmen. Zu seinen weiteren Werken gehören *Elements of Political Economy* (1821) und *Analysis of the Phenomena of the Human Mind* (1829). Er war Atheist und schrieb für radikale Zeitschriften wie *The Westminster Review*.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Die Regierung und das Volk sind moralisch gezwungen, zusammenzuwirken; eine freie Presse zwingt sie, sich einander anzupassen.“ — James Mill „Der Unterschied zwischen dem, was durch Arbeit, und dem, was durch die Natur bewirkt wird, wird nicht immer beachtet.“ — James Mill „Arbeit entfaltet ihre Wirkungen nur im Zusammenwirken mit den Naturgesetzen.“ — James Mill „Chakrabarti, D. K., 1997. Colonial Indology: Sociopolitics of the Ancient Indian Past. New Delhi: Munshiram Manoharlal Publishers Pvt. Ltd.“ — James Mill

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