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Larry Summers

Wirtschaftswissenschaftler, Finanzminister, Harvard-Präsident und Politikarchitekt.

Lawrence Henry Summers (* 30. November 1954) ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der bedeutende Positionen in der Wissenschaft und der Regierung innehatte. Er war von 1999 bis 2001 der 71. Finanzminister der Vereinigten Staaten, von 2001 bis 2006 der 27. Präsident der Harvard University und von 2009 bis 2010 der achte Direktor des National Economic Council. Seine Karriere war geprägt von bedeutendem Einfluss auf die US-amerikanische und internationale Wirtschaftspolitik, aber auch von Kontroversen.

born
November 30, 1954
field
Economics
nationality
American
known_for
U.S. Treasury Secretary, Harvard president, National Economic Council director, financial deregulation, response to 1990s financial crises

Lore & Background

Summers wurde in New Haven, Connecticut, in eine Familie von Wirtschaftswissenschaftlern hineingeboren, darunter zwei Onkel, die Nobelpreisträger sind. Er begann sein Studium am MIT im Alter von 16 Jahren, wechselte von Mathematik zur Wirtschaftswissenschaft und promovierte 1982 in Harvard. 1983 wurde er im Alter von 28 Jahren einer der jüngsten ordentlichen Professoren in der Geschichte Harvards. 1993 erhielt er die John-Bates-Clark-Medaille und 1987 den Alan-T.-Waterman-Preis.

Summers war von 1991 bis 1993 Chefökonom der Weltbank, wechselte dann in die Clinton-Regierung als Unterstaatssekretär für Internationale Angelegenheiten (1993), wurde 1995 stellvertretender Finanzminister und 1999 Finanzminister. Er spielte eine führende Rolle bei den US-amerikanischen Reaktionen auf die mexikanische Wirtschaftskrise von 1994, die asiatische Finanzkrise von 1997 und die russische Finanzkrise von 1998. Er befürwortete 1999 auch den Gramm-Leach-Bliley Act, der den Glass-Steagall Act aufhob.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Finanzministerium war Summers von 2001 bis 2006 Präsident der Harvard University; er trat nach einem Misstrauensvotum zurück, das mit Konflikten mit Cornel West, finanziellen Fragen zu Andrei Shleifer und einer Rede von 2005 über Frauen in der Wissenschaft zusammenhing. Später arbeitete er für den Hedgefonds D. E. Shaw & Co. und kehrte als Direktor des National Economic Council unter Präsident Obama (2009–2010) in den öffentlichen Dienst zurück. Im November 2025 beurlaubte er sich von Harvard aufgrund einer Untersuchung seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein.

Reader's Guide

Larry Summers' Bedeutung liegt in seiner zentralen Rolle bei der Gestaltung der US-amerikanischen und globalen Wirtschaftspolitik in zwei Schlüsselperioden: der Clinton-Regierung und der Reaktion der Obama-Regierung auf die Große Rezession. Als Finanzminister war er maßgeblich an der Bewältigung von Finanzkrisen in Mexiko, Asien und Russland sowie an der Förderung der Finanzmarktliberalisierung, einschließlich der Aufhebung des Glass-Steagall Act, beteiligt. Seine Amtszeit in Harvard war geprägt von akademischer Führung und Kontroversen, insbesondere aufgrund seiner Äußerungen über Geschlecht und Wissenschaft. Sein Vermächtnis ist komplex: gelobt für sein wirtschaftswissenschaftliches Fachwissen und seine Krisenbewältigung, aber kritisiert für seine Rolle bei der Deregulierung und für Kontroversen, die zu seinem Rücktritt von Harvard führten. Die Untersuchung seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein verkompliziert seine spätere Karriere zusätzlich.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Das Land wird die Zeche nicht zahlen müssen. Durch eine Kombination aus vernünftigen politischen Maßnahmen und einer großen Portion Glück sind wir auf dem besten Weg zu einer sanften Landung und einer Phase des Wachstums und der Preisstabilität.“ – Larry Summers „Lawrence Summers in: David Warsh (20. April 1986) ‚Stockman's Timing Was Never Worse‘, Boston Globe, S. A1.“ – Larry Summers „Lawrence Summers in: David Warsh (27. April 1986) ‚It Did Happen Here, Too‘, Boston Globe, S. A1.“ – Larry Summers „Übernahmen würden den Aktienmarkt nicht steigen lassen, wenn es nicht eine Aufwärtskorrektur der Gewinnerwartungen (Potenzial) gäbe. Die Menschen sind optimistischer und zuversichtlicher in Bezug auf die Zukunft.“ – Larry Summers

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