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William of Ockham

Englischer Franziskanerphilosoph, bekannt für Ockhams Rasiermesser.

Wilhelm von Ockham (ca. 1287 – 9./10. April 1347) war ein englischer Franziskanermönch, scholastischer Philosoph und Theologe. Er gilt als eine der bedeutendsten Figuren des mittelalterlichen Denkens und stand im Zentrum wichtiger intellektueller und politischer Kontroversen des 14. Jahrhunderts. Weithin bekannt ist er für Ockhams Rasiermesser, das nach ihm benannte methodologische Prinzip, und er verfasste bedeutende Werke zur Logik, Physik und Theologie.

born
c. 1287, probably in Ockham, Surrey
died
9 or 10 April 1347
field
Scholastic philosophy, theology, logic, natural philosophy
nationality
English
known_for
Occam's razor, nominalism, political writings

Lore & Background

Wilhelm von Ockham wurde vermutlich um 1287 in Ockham, Surrey, geboren. In jungen Jahren trat er dem Franziskanerorden bei und erhielt seine frühe theologische Ausbildung an der Franziskanerschule in London. Später studierte er an der Franziskanerschule der Universität Oxford, wo er alle Voraussetzungen für einen Magisterabschluss in Theologie erfüllte, jedoch nie regierender Magister wurde, was ihm den Titel Venerabilis Inceptor einbrachte. Seine Disputationen über die Sentenzen des Petrus Lombardus fanden wahrscheinlich in den Jahren 1317–1319 statt. Nach seiner Qualifikation wurde er an eine Franziskanerschule, vermutlich in London, geschickt, wo er Kommentare zu den logischen Schriften des Aristoteles und zur Physik sowie eine Zusammenfassung der Logik verfasste.

1324 wurde Ockham an den päpstlichen Hof in Avignon zitiert, um seinen Sentenzenkommentar zu verteidigen. Dort wurde er in den Streit um die apostolische Armut verwickelt. Papst Johannes XXII. lehnte die franziskanische Lehre ab, dass Christus und die Apostel weder einzeln noch gemeinsam etwas besaßen. Ockham studierte die päpstlichen Bullen und fand darin „sehr viele Dinge, die häretisch, irrig … dem rechten Glauben zuwider waren“. Zusammen mit Michael von Cesena und anderen verließ er am 26. Mai 1328 heimlich Avignon und suchte Zuflucht in München bei Kaiser Ludwig IV. Sie wurden am 6. Juni 1328 exkommuniziert. Ockham starb wahrscheinlich am 9. oder 10. April 1347, kurz vor dem Ausbruch des Schwarzen Todes in München.

Reader's Guide

Wilhelm von Ockhams Bedeutung liegt in seinen Beiträgen zur Philosophie, Theologie und politischen Theorie. Am bekanntesten ist er für Ockhams Rasiermesser, das Prinzip der Sparsamkeit in der Erklärung, das er wie folgt formulierte: „Denn nichts darf ohne einen angegebenen Grund angenommen werden, es sei denn, es ist offensichtlich (wörtlich: durch sich selbst bekannt) oder durch Erfahrung bekannt oder durch die Autorität der Heiligen Schrift bewiesen.“ Dieses Prinzip wurde zu einem Eckpfeiler des modernen wissenschaftlichen Denkens. Ockham vertrat die Ansicht, dass Theologie keine Wissenschaft sei, da nur der Glaube Zugang zu theologischen Wahrheiten gewähre; die Wege Gottes seien der Vernunft nicht zugänglich. Er wurde von den Nominalisten des 15. Jahrhunderts als Begründer ihrer Bewegung angesehen, obwohl einige moderne Gelehrte die Begriffe „Terminismus“ oder „Konzeptualismus“ bevorzugen. Ockham argumentierte, dass Universalien Einzeldinge seien – Laute, Inschriften oder Begriffe –, die andere Einzeldinge bezeichnen, und dass Ähnlichkeiten zwischen Dingen real seien, nicht vom Verstand auferlegt. Seine ontologische Sparsamkeit führte ihn dazu, die Kategorie der Quantität als unnötig abzulehnen und zu vertreten, dass die menschliche Vernunft weder die Unsterblichkeit der Seele noch die Existenz, Einheit und Unendlichkeit Gottes beweisen könne, die nur durch Offenbarung bekannt seien. Seine politischen Schriften, die nach seinem Weggang aus Avignon entstanden, behandelten Fragen der päpstlichen Autorität und der kaiserlichen Macht und trugen zur mittelalterlichen politischen Philosophie bei.

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Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

"Wilhelm von Ockham, auch Occam (ca. 1287–1347), war ein englischer Theologe und Franziskanermönch, der vor allem als Verfechter des sogenannten Ockhamschen Rasiermessers bekannt ist." — Wilhelm von Ockham "Ein Brief an die Minderbrüder" (1334), übersetzt in A Letter to the Friars Minor and other Writings (1995), herausgegeben von A. S. McGrade und John Kilcullen, S. 204." — Wilhelm von Ockham "Eine Vielheit darf niemals ohne Notwendigkeit angenommen werden." — Wilhelm von Ockham "Pluralitas non est ponenda sine necessitate." — Wilhelm von Ockham

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