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Mordecai Kaplan

US-amerikanischer Rabbiner, der das rekonstruktionistische Judentum gründete.

Mordecai Menahem Kaplan war ein US-amerikanischer konservativer Rabbiner, Schriftsteller, jüdischer Pädagoge, Professor, Theologe-Philosoph, Aktivist und religiöser Führer. Zusammen mit seinem Schwiegersohn, Rabbi Ira Eisenstein, gründete er die rekonstruktionistische Strömung des Judentums und wurde aufgrund seiner einflussreichen Arbeit bei der Anpassung des Judentums an die moderne Gesellschaft als eine ‚überragende Figur‘ in der jüngeren Geschichte des Judentums beschrieben.

born
June 11, 1881
died
November 8, 1983
field
Jewish theology, education, philosophy
nationality
American
known_for
Founding the Reconstructionist movement of Judaism

Lore & Background

Mordecai Menahem Kaplan wurde am 11. Juni 1881 als Mottel Kaplan in Sventiany im Russischen Reich (dem heutigen Švenčionys in Litauen) geboren. Sein Vater, Rabbi Israel Kaplan, brachte ihn 1889 nach New York. Kaplan studierte am Jewish Theological Seminary of America (JTSA) und am City College of New York und erwarb später einen Master-Abschluss und einen Doktortitel an der Columbia University. 1902 wurde er am JTSA ordiniert. Zu Beginn seiner Karriere war er Rabbiner der Congregation Kehilath Jeshurun und später von 1909 bis zu seiner Pensionierung 1963 Direktor des Lehrerinstituts des JTSA.

Bereits 1904 hegte Kaplan ernsthafte Zweifel an der Fähigkeit der Orthodoxie, seine spirituellen Bedürfnisse zu befriedigen. Er bezweifelte die göttliche Inspiration des Tanach und die Wirksamkeit von Gebeten und Ritualen, was zu inneren Konflikten führte, während er eine orthodoxe Gemeinde leitete. 1922 trat er aufgrund ideologischer Konflikte vom Jewish Center in New York zurück und gründete die Society for the Advancement of Judaism, die zum Kern der rekonstruktionistischen Bewegung wurde. Am 18. März 1922 hielt er die erste öffentliche Bat Mitzwa in den Vereinigten Staaten für seine Tochter Judith ab.

Reader's Guide

Kaplans Bedeutung liegt in seiner rekonstruktionistischen Philosophie, die besagte, dass das Judentum eine vereinende und kreative Kraft sein sollte, indem es neben der theologischen Lehre seinen kulturellen und historischen Charakter betont. Er betonte intellektuelle Ehrlichkeit bei der Konfrontation mit modernen Herausforderungen für traditionelle Überzeugungen. Seine Ideen – wie das Judentum als Zivilisation, Bat Mitzwa, die gleichberechtigte Einbeziehung von Frauen und die Synagoge als jüdisches Zentrum – wurden schließlich in allen außer streng orthodoxen Teilen der Gemeinschaft alltäglich. Von 1934 bis 1970 schrieb er eine Reihe von Büchern, die seine Ideologie zum Ausdruck brachten und versuchten, das Judentum an moderne Realitäten anzupassen, was eine neue Vorstellung von Gott erforderte. Seine Arbeit beeinflusste die jüdische Bildung in Amerika und die breitere jüdische Gemeinschaft durch seine Lehre, seine Schriften und seine öffentlichen Vorträge.

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