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Bernard Lewis

Historiker des Islam und umstrittener öffentlicher Intellektueller.

Bernard Lewis war ein britisch-amerikanischer Historiker mit dem Schwerpunkt Orientalistik, bekannt für seine Arbeiten zur Geschichte des Islam und der Interaktion zwischen Islam und Westen. Er war Cleveland E. Dodge Professor Emeritus für Nahoststudien an der Princeton University und ein öffentlicher Intellektueller sowie politischer Kommentator, dessen Rat von neokonservativen Politikern, darunter der Bush-Administration, eingeholt wurde.

born
31 May 1916
died
19 May 2018
field
Oriental studies, history of Islam
nationality
British-American
known_for
Expertise in Islam and West interaction; denial of Armenian genocide; support for Iraq War

Lore & Background

Bernard Lewis wurde am 31. Mai 1916 als Sohn bürgerlicher britisch-jüdischer Eltern in Stoke Newington, London, geboren. Er schloss 1936 sein Studium an der School of Oriental Studies der University of London mit einem BA in Geschichte ab, promovierte drei Jahre später an der SOAS und studierte auch an der University of Paris. Während des Zweiten Weltkriegs diente er im Royal Armoured Corps und Intelligence Corps der britischen Armee, bevor er an das Foreign Office abgeordnet wurde. Nach dem Krieg kehrte er an die SOAS zurück, wo er 1949 auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens berufen wurde. 1974 wechselte er an die Princeton University und das Institute for Advanced Study, wo er ein Semester pro Jahr lehrte, was ihm die Veröffentlichung zahlreicher Bücher und Artikel ermöglichte. 1986 ging er in den Ruhestand von Princeton und lehrte bis 1990 an der Cornell University.

Reader's Guide

Bernard Lewis' Bedeutung liegt in seiner Rolle als führender westlicher Interpret des Nahen Ostens, obwohl sein Ansatz als essentialistisch und verallgemeinernd kritisiert wurde. Seine Forschung verlagerte sich nach 1948 von der mittelalterlichen arabischen Geschichte auf das Osmanische Reich, als Gelehrte jüdischer Herkunft Schwierigkeiten hatten, in arabischen Ländern zu forschen. Er argumentierte, dass der Niedergang des Nahen Ostens aufgrund von Kultur und Religion selbstverschuldet sei, und widersprach postkolonialistischen Ansichten. Sein Essay „The Roots of Muslim Rage“ von 1990 erlangte nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erneute Aufmerksamkeit. Lewis war bekannt für seine öffentlichen Debatten mit Edward Said, der ihn als zionistischen Apologeten und Orientalisten bezeichnete, der Araber herabsetze. Lewis bestritt auch den Völkermord an den Armeniern und argumentierte, die Todesfälle seien das Ergebnis eines gegenseitigen Kampfes zwischen nationalistischen Bewegungen gewesen – eine Ansicht, die von anderen Historikern abgelehnt wird. Seine aktive Unterstützung des Irakkriegs und neokonservativer Ideale wird seither kritisch hinterfragt.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Bernard Lewis (31. Mai 1916 – 19. Mai 2018) war ein britischer Historiker mit dem Schwerpunkt Orientalistik.“ — Bernard Lewis „Die überwältigende Mehrheit der klassischen Theologen, Juristen und Traditionalisten [d. h. Spezialisten für den Hadith] … verstand die Pflicht des Dschihad im militärischen Sinne.“ — Bernard Lewis „Bernard Lewis, The Political Language of Islam (Chicago: University of Chicago Press, 1988), S. 72.“ — Bernard Lewis „Sie kennen den Ausdruck ‚Mein Land, recht oder unrecht.‘ Nun, heutzutage neigen Amerikaner dazu zu denken: ‚Mein Land, unrecht.‘“ — Bernard Lewis

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