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Kenneth Arrow

US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der die Theorie der sozialen Wahl und die allgemeine Gleichgewichtstheorie prägte.

Kenneth Joseph Arrow (23. August 1921 – 21. Februar 2017) war ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Mathematiker und Politiktheoretiker. Er war eine bedeutende Persönlichkeit der neoklassischen Wirtschaftstheorie der Nachkriegszeit, bekannt für sein Unmöglichkeitstheorem in der Theorie der sozialen Wahl und seine grundlegenden Arbeiten zur allgemeinen Gleichgewichtsanalyse. Arrow erhielt 1957 die John-Bates-Clark-Medaille und 1972 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften, den er sich mit John Hicks teilte.

born
August 23, 1921, New York City
died
February 21, 2017
field
Economics, mathematics, political theory
nationality
American
known_for
Arrow's impossibility theorem, general equilibrium theory, fundamental theorems of welfare economics, endogenous growth theory, information economics

Lore & Background

Arrow wurde in New York City als Sohn rumänisch-jüdischer Eltern geboren und wuchs während der Weltwirtschaftskrise auf. In seiner Jugend bekannte er sich zum Sozialismus, bevor er sich später einer linksgerichteten Philosophie zuwandte. 1940 erwarb er einen Bachelor-Abschluss in Mathematik am City College of New York und 1941 einen Master-Abschluss an der Columbia University, wo er bei Harold Hotelling studierte, der ihn dazu bewog, zur Wirtschaftswissenschaft zu wechseln. Während des Zweiten Weltkriegs diente er von 1942 bis 1946 als Wetteroffizier bei den United States Army Air Forces.

Nach dem Krieg arbeitete Arrow als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Cowles Commission und als Assistenzprofessor an der University of Chicago, bevor er an die Stanford University wechselte. 1951 promovierte er an der Columbia University, im selben Jahr, in dem er sein Unmöglichkeitstheorem in Social Choice and Individual Values veröffentlichte. Arrow war in den 1960er Jahren im Stab des Council of Economic Advisers tätig, lehrte ab 1968 an der Harvard University und kehrte 1979 nach Stanford zurück, wo er 1991 in den Ruhestand ging. Er war Gründungsherausgeber des Annual Review of Economics und Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften.

Reader's Guide

Kenneth Arrows Bedeutung liegt in seinen transformativen Beiträgen zu mehreren Bereichen der Wirtschaftswissenschaft. Sein Unmöglichkeitstheorem zeigte, dass kein Wahlsystem individuelle Präferenzen in eine konsistente soziale Rangfolge umwandeln kann, ohne grundlegende Fairnesskriterien zu verletzen, und prägte damit grundlegend die Theorie der sozialen Wahl und die Wohlfahrtsökonomie. Gemeinsam mit Gérard Debreu und Lionel McKenzie lieferte Arrow strenge Beweise für die Existenz eines markträumenden Gleichgewichts und formalisierte damit Adam Smiths Konzept der unsichtbaren Hand. Er formulierte auch die fundamentalen Theoreme der Wohlfahrtsökonomie, die Wettbewerbsmärkte mit Effizienz verknüpfen. Arrows Arbeiten zur endogenen Wachstumstheorie, insbesondere sein Lern-by-Doing-Modell von 1962, legten den Grundstein für das Verständnis des technischen Wandels als wirtschaftlichen Prozess. In der Informationsökonomie analysierte er, wie asymmetrische Informationen Märkte beeinflussen, insbesondere im Gesundheitswesen. Vier seiner Doktoranden – John Harsanyi, Eric Maskin, Roger Myerson und Michael Spence – wurden Nobelpreisträger und erweiterten sein intellektuelles Erbe.

Did You Know?

Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)

„Vielleicht ebenso wichtig ist die Beziehung zwischen der Existenz von Lösungen für ein Wettbewerbsgleichgewicht und den Problemen der normativen oder Wohlfahrtsökonomie.“ — Kenneth Arrow „Die Wirtschaftspolitik der Regierung hat, wie fast jedes realistische Entscheidungsproblem, zwei grundlegende Merkmale: Sie ist sequenziell und sie ist unsicher.“ — Kenneth Arrow „Kenneth J. Arrow (1951) Social Choice and Individual Values. 2. Aufl. 1963. Wiley, New York.“ — Kenneth Arrow „Das Konzept der Rationalität, das in dieser Studie verwendet wird, steht im Mittelpunkt der modernen Wirtschaftsanalyse, und es lässt sich nicht leugnen, dass es eine große intuitive Anziehungskraft hat; eine genauere Analyse offenbart jedoch Schwierigkeiten.“ — Kenneth Arrow

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