Ragnar Frisch
Norwegischer Ökonom, der die Begriffe Ökonometrie, Mikroökonomie und Makroökonomie prägte.
Ragnar Anton Kittil Frisch (3. März 1895 – 31. Januar 1973) war ein norwegischer Ökonom und Ökonometriker, der dazu beitrug, die Wirtschaftswissenschaft als quantitative und statistisch fundierte Wissenschaft zu etablieren. Er prägte die Begriffe Ökonometrie, Mikroökonomie und Makroökonomie und entwickelte das erste statistisch fundierte Modell von Konjunkturzyklen.
- born
- 3 March 1895
- died
- 31 January 1973
- field
- Economics, econometrics
- nationality
- Norwegian
- known_for
- Coining the terms econometrics, microeconomics, and macroeconomics; developing the first statistically informed business cycle model; winning the first Nobel Memorial Prize in Economic Sciences (1969)
Lore & Background
Ragnar Frisch wurde in Christiania in eine Familie von Gold- und Silberschmieden geboren, die seit mindestens 300 Jahren mit Edelmetallen arbeitete. Er sollte das Familienunternehmen fortführen und wurde Lehrling in der Werkstatt von David Andersen, studierte aber auf Anraten seiner Mutter auch Wirtschaftswissenschaften an der Königlichen Friedrichs-Universität, wo er 1919 seinen Abschluss machte. Nach dem Tod seines Vaters modernisierte er die Familienwerkstatt und nahm seine akademische Arbeit wieder auf. 1931 wurde er ordentlicher Professor an der Universität Oslo und gründete dort 1932 das Institut für Wirtschaftswissenschaften.
Frisch erhielt 1927 ein Rockefeller-Stipendium für einen Besuch in den USA, wo er mit den Ökonomen Irving Fisher, Wesley Clair Mitchell, Allyn Young und Henry Schultz in Kontakt kam. Während der deutschen Besetzung Norwegens wurde er im Oktober 1943 verhaftet und bis Oktober 1944 in den Konzentrationslagern Bredtveit, Berg und Grini inhaftiert. 1920 heiratete er Marie Smedal; nach ihrem Tod 1952 heiratete er 1953 seine Jugendfreundin Astrid Johannessen.
Reader's Guide
Die Bedeutung von Ragnar Frisch liegt in seiner grundlegenden Rolle bei der Umwandlung der Wirtschaftswissenschaft in eine quantitative Wissenschaft. Er prägte 1926 den Begriff Ökonometrie für die Verwendung statistischer Methoden zur Beschreibung von Wirtschaftssystemen und führte 1933 die Begriffe Mikroökonomie und Makroökonomie ein, um individuelle und gesamtwirtschaftliche Analysen zu unterscheiden. Sein statistisch fundiertes Modell von Konjunkturzyklen aus dem Jahr 1933, das später mit Jan Tinbergen weiterentwickelt wurde, brachte ihnen 1969 den ersten Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ein. Frisch war 1930 Mitbegründer der Econometric Society und gab 21 Jahre lang deren Zeitschrift Econometrica heraus. Seine Arbeiten zu Zeitreihen, linearer Regression (einschließlich des Frisch-Waugh-Theorems) und Produktionstheorie trieben die ökonometrische Methodik voran. Die von der Econometric Society verliehene Frisch-Medaille und das Frisch Centre for Applied Economic Analysis an der Universität Oslo würdigen sein Vermächtnis. In einer Yale-Vorlesung von 1930 führte er auch den Begriff ‚Modell‘ in seinem modernen wirtschaftswissenschaftlichen Sinne ein.
Did You Know?
- Frisch prägte den Begriff ‚Ökonometrie‘ im Jahr 1926.
- Er wurde 1943 von Nazi-Deutschland verhaftet und bis 1944 in drei Konzentrationslagern festgehalten.
- Sein Hobby war die Bienenzucht, für die er genetische Studien durchführte.
- Die Frisch-Medaille wird alle zwei Jahre für den besten in Econometrica veröffentlichten Artikel verliehen.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Ragnar Frisch (1926) ‚On a Problem in Pure Economics: Translated by JS Chipman.‘ Preferences, Utility, and Demand: A Minnesota Symposium. 1926.“ — Ragnar Frisch „Ragnar Frisch (1926); Zitiert in: ‚Ragnar Frisch 1895-1995.‘ O. Bjerkholt, 1994.“ — Ragnar Frisch „Wir glauben, dass der Umfang der neuen Zeitschrift treffend angedeutet würde, wenn sie ‚Oekonometrika‘ genannt würde. Dementsprechend kann die quantitative Untersuchung wirtschaftlicher Phänomene, die hier betrachtet wird, als Ökonometrie bezeichnet werden.“ — Ragnar Frisch „Frisch (1927), wie zitiert in Divisia 1953, S. 24-25; angeführt in: Bjerkholt, Olav. ‚Ragnar Frisch and the foundation of the Econometric Society and Econometrica.‘ ECONOMETRIC SOCIETY MONOGRAPHS 31 (1998): 26-57.“ — Ragnar Frisch
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