Carl Menger
Begründer der Österreichischen Schule der Nationalökonomie.
Carl Menger von Wolfensgrün war ein österreichischer Ökonom, der die Österreichische Schule der Nationalökonomie begründete. Bekannt ist er vor allem für die Entwicklung der Grenznutzentheorie, die die klassischen kostenbasierten Theorien in Frage stellte und die subjektive Bewertung bei der Preisbestimmung betonte.
- born
- 28 February 1840
- died
- 26 February 1921
- field
- Economics
- nationality
- Austrian
- known_for
- Founder of the Austrian school of economics; marginal theory of value; subjective theory of value
Lore & Background
Carl Menger wurde in Neu-Sandez, Kaisertum Österreich (heute Nowy Sącz, Polen), in eine wohlhabende Familie des niederen Adels geboren. Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Prag und Wien und promovierte in Jura an der Jagiellonen-Universität. Nach seiner Tätigkeit als Journalist, der über Marktnachrichten berichtete, bemerkte er Diskrepanzen zwischen der klassischen Wirtschaftstheorie und der realen Käuferlogik, was ihn dazu veranlasste, die Politische Ökonomie zu studieren. 1871 veröffentlichte er seine „Grundsätze der Volkswirtschaftslehre“, die das Fundament der Österreichischen Schule legten.
Menger lehrte von 1872 bis 1903 an der Universität Wien und wurde mit 33 Jahren Professor. Von 1876 bis zu dessen Tod 1889 war er zudem Privatlehrer und Vertrauter von Kronprinz Rudolf von Habsburg. Sein Werk „Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften“ von 1883 löste den Methodenstreit mit der Deutschen Historischen Schule aus. Menger legte 1903 seine Professur nieder, um sich dem Studium zu widmen; seine Schüler Eugen von Böhm-Bawerk und Friedrich von Wieser verbreiteten seine Ideen.
Reader's Guide
Carl Mengers Bedeutung liegt in der Begründung der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und der Weiterentwicklung der Grenznutzentheorie. Er lehnte die klassischen Produktionskostentheorien ab und argumentierte, dass der Wert subjektiv sei und durch die Bedeutung der Verwendungen bestimmt werde, die Güter erfüllen. Menger betonte, dass beide Seiten vom Tausch profitieren – eine zentrale Erkenntnis. Seine Arbeit über die Entstehung des Geldes erklärte, warum Edelmetalle wie Gold und Silber aufgrund ihrer „besonderen Absatzfähigkeit“ zu Tauschmitteln wurden. Obwohl seine Ideen zunächst außerhalb Wiens wenig gelesen wurden, wurden sie von Schülern wie Böhm-Bawerk und Wieser verbreitet. Friedrich Hayek erklärte später, dass die grundlegenden Ideen der Österreichischen Schule vollständig auf Menger zurückgehen. Mengers Methodenstreit mit der Historischen Schule prägte den wirtschaftswissenschaftlichen Diskurs. Sein Vermächtnis umfasst die Beeinflussung der Geldtheorie und die Entwicklung der modernen Mikroökonomie.
Did You Know?
- Menger begann seine Karriere als Anwalt und Wirtschaftsjournalist, bevor er sich der Wirtschaftswissenschaft zuwandte.
- Er unterrichtete Kronprinz Rudolf von Habsburg in Politischer Ökonomie und Statistik.
- Mengers Sohn, Karl Menger, war Mathematiker und lehrte am Illinois Institute of Technology.
- Der Begriff „Österreichische Schule“ wurde ursprünglich abwertend von Gustav von Schmoller verwendet.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
„Es gibt kein besseres Mittel, eine irrige Gedankenrichtung ad absurdum zu führen, als sie sich völlig ausleben zu lassen.“ – Carl Menger „Der Zeitraum zwischen der Verfügung über Güter höherer Ordnung und dem Besitz der entsprechenden Güter niederer Ordnung kann niemals aufgehoben werden.“ – Carl Menger „Wie ist es möglich, dass Einrichtungen, die dem Gemeinwohl dienen und für dessen Entwicklung äußerst bedeutsam sind, ohne einen auf ihre Begründung gerichteten Gemeinwillen entstehen?“ – Carl Menger „Carl Menger.“ The Concise Encyclopedia of Economics. 2008. Library of Economics and Liberty. – Carl Menger
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