Milton Friedman
US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger, der den Monetarismus vorantrieb.
Milton Friedman war ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Statistiker, der 1976 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Forschung zur Verbrauchsanalyse, Geldgeschichte und -theorie sowie zur Komplexität der Stabilisierungspolitik erhielt. Er war eine führende Figur der Chicagoer Schule der Volkswirtschaftslehre, lehnte den Keynesianismus zugunsten des Monetarismus ab, und seine Ideen beeinflussten die Regierungspolitik, insbesondere in den 1980er Jahren.
- born
- July 31, 1912
- died
- November 16, 2006
- field
- Economics, statistics
- nationality
- American
- known_for
- Monetarism, permanent income hypothesis, natural rate of unemployment
Lore & Background
Friedman wurde in Brooklyn, New York, als Sohn jüdischer Einwanderereltern aus der Karpatenukraine geboren. Er machte 1928 seinen Abschluss an der Rahway High School und erhielt ein Stipendium für die Rutgers University, wo er 1932 seinen Abschluss machte. Er entschied sich, an der University of Chicago Volkswirtschaftslehre zu studieren, erwarb 1933 einen Master of Arts und studierte später Statistik an der Columbia University. Er wurde von Jacob Viner, Frank Knight und Henry Simons beeinflusst und schloss lebenslange Freundschaften mit George Stigler und W. Allen Wallis.
Da er keine akademische Anstellung fand, arbeitete Friedman in Washington, D.C., an New-Deal-Programmen und später für das National Bureau of Economic Research, wo er Simon Kuznets assistierte. Während des Zweiten Weltkriegs beriet er das US-Finanzministerium in der Kriegssteuerpolitik und half bei der Erfindung des Systems der Lohnsteuerabzüge. Er führte die permanente Einkommenshypothese und das Konzept des Konsumglättens ein und argumentierte, dass die Große Depression durch eine schwere Geldmengenverknappung infolge von Bankenkrisen und einer schlechten Politik der Federal Reserve verursacht wurde.
Friedman förderte den Monetarismus und plädierte für eine stetige, geringe Ausweitung der Geldmenge. Er theoretisierte eine natürliche Arbeitslosenquote und sagte die Stagflation voraus. Nach seiner Emeritierung an der University of Chicago im Jahr 1977 beriet er Ronald Reagan und Margaret Thatcher. Sein 1962 erschienenes Buch „Kapitalismus und Freiheit“ befürwortete unter anderem eine Freiwilligenarmee, Bildungsgutscheine und die Liberalisierung von Drogen.
Reader's Guide
Milton Friedmans Bedeutung liegt in seiner Rolle als intellektueller Führer der Chicagoer Schule der Volkswirtschaftslehre und seiner Entwicklung des Monetarismus, der die keynesianische Orthodoxie herausforderte. Seine permanente Einkommenshypothese und die natürliche Arbeitslosenquote wurden zu Mainstream-Konzepten. Friedmans Ideen zur Geldpolitik, Besteuerung und Deregulierung beeinflussten die Regierungspolitik in den 1980er Jahren, und seine Geldtheorie wirkte sich auf die Reaktion der Federal Reserve auf die Finanzkrise von 2008 aus. Eine Umfrage aus dem Jahr 2011 stufte ihn als den zweitbeliebtesten Wirtschaftswissenschaftler des 20. Jahrhunderts nach John Maynard Keynes ein. Nach seinem Tod beschrieb ihn The Economist als „den einflussreichsten Wirtschaftswissenschaftler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts … möglicherweise aller Zeiten.“ Seine Werke hatten globalen Einfluss, auch in ehemaligen kommunistischen Staaten.
Did You Know?
- Friedman war der erste in seiner Familie, der eine Universität besuchte.
- Er half bei der Erfindung des Systems der Lohnsteuerabzüge, während er das US-Finanzministerium während des Zweiten Weltkriegs beriet.
- Sein Buch „A Monetary History of the United States, 1867–1960“ argumentierte, dass die Große Depression durch eine schwere Geldmengenverknappung verursacht wurde.
- Er gründete die Friedman Foundation for Educational Choice, später umbenannt in EdChoice, um die Schulwahl zu unterstützen.
Bemerkenswerte Zitate (Wikiquote)
"Milton Friedman (31. Juli 1912 – 16. November 2006) war ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, bekannt für seine Unterstützung freier Märkte und eine Verkleinerung des Staates. 1976 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften." — Milton Friedman "Ich habe kein Recht, jemand anderen zu zwingen, weil ich nicht sicher sein kann, dass ich recht habe und er unrecht hat." — Milton Friedman "Sagen Sie 'Nein' zur Intoleranz", Liberty magazine, Bd. 4, Nr. 6, (Juli 1991) S. 17-20." — Milton Friedman "Machen Sie Politik zu einer Nebenbeschäftigung, nicht zu einem Beruf." — Milton Friedman
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